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19.05.2014

14:12 Uhr

Überwachung

Cisco-Chef beschwert sich bei Obama über NSA

Immer mehr IT-Firmen kritisieren die Überwachung durch die NSA. Nach Facebook-Gründer Zuckerberg geht nun der Chef des Hardware-Herstellers Cisco auf Konfrontationskurs: „Wir können so nicht arbeiten“, schreibt er.

Cisco-Chef John Chambers greift in seinem Brief an US-Präsident Obama zu scharfen Worten. Reuters

Cisco-Chef John Chambers greift in seinem Brief an US-Präsident Obama zu scharfen Worten.

WashingtonDie Kritik aus der amerikanischen Technologiebranche an der ausufernden NSA-Überwachung nimmt zu. Jetzt beschwerte sich der Netzwerk-Ausrüster Cisco bei US-Präsident Obama. Mit den Enthüllungen über die Überwachung werde das Vertrauen in das Internet untergraben, schrieb Cisco-Chef John Chambers in einem am späten Sonntag bekanntgeworden Brief.

Cisco war vergangene Woche ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, nachdem Vorwürfe laut wurden, die NSA fange Geräte von amerikanischen Hardware-Herstellern ab und präpariere sie zur besseren Überwachung der Nutzer. Chambers griff zu scharfen Worten, wie aus einer vom US-Technologieblog „The Verge“ veröffentlichten Kopie des Briefs hervorgeht.

Wie die NSA das Internet überwacht

Immer neue Enthüllungen

Seit Sommer 2013 kommen immer neue Details über Spionageaktivitäten von Geheimdiensten im Internet ans Licht. Sie basieren auf Dokumenten, die der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden an Journalisten übergab. Ein Überblick über die zentralen Erkenntnisse.

Prism

Prism: Der Name stand zunächst für die gesamte Affäre, umfasst aber nur einen Teil des Repertoires der NSA. Über Prism hat der Überwachungsdienst Zugriff auf Nutzerdaten großer US-Internetfirmen, darunter Google, Yahoo, Microsoft und Facebook. Ein Geheimgericht ordnet die Herausgabe der Informationen an. Das seien etwa Inhalte von Mails, Suchanfragen oder Chats, berichtete die britische Zeitung „Guardian“. Die Firmen sind zum Stillschweigen verpflichtet. Die Internetriesen streiten vor Gericht dafür, mehr Details veröffentlichen zu dürfen.

Tempora

Tempora hießt ein Programm des britischen Dienstes GCHQ. Der GCHQ arbeitet eng mit der NSA zusammen. Gemeinsam mit Australien, Neuseeland und Kanada bilden die Länder die Allianz der «Five Eyes», («Fünf Augen»), in der Informationen ausgetauscht werden. Unter dem Codenamen Tempora soll der GCHQ mehr als 200 Glasfaserkabel anzapfen, über die Daten um die Welt rasen. So habe der GCHQ Zugriff auf den Internetverkehr, der über die angezapften Kabel läuft.

Xkeyscore

Die gewaltigen Datenmengen, die die NSA sammelt, müssen irgendwie ausgewertet werden. Dazu dient die Software XKeyscore. Damit können NSA-Analysten wie Snowden die Datenberge nach Verdächtigen durchsuchen. Der deutsche Bundesnachrichtendienst setze ebenfalls eine Version von XKeyscore ein, berichtete „Der Spiegel“.

Verschlüsselung aushebeln

Wenn Daten verschlüsselt durchs Netz geschickt werden, können Geheimdienste nicht einfach so mitlesen. Doch NSA und GCHQ können Medienberichten zufolge mehrere gängige Verschlüsselungstechniken knacken oder aushebeln, darunter die oft eingesetzt SSL-Technologie. Es ist allerdings unklar, welche Techniken genau in welchem Maße für die Dienste zugänglich sind.

Anonymität aufheben

Auch das Anonymisierungsnetzwerk Tor, mit dem Nutzer ihre Spuren im Netz verwischen können, war Spionageziel der NSA. Der Geheimdienst schaffte es allerdings wohl nicht, das Netzwerk direkt zu knacken.

Überwachung ausländischer Staatschefs

Nicht nur Angela Merkels Handy geriet offenbar ins Visier der NSA. Der „Guardian“ berichtete, der Nachrichtendienst habe Telefone von 35 Spitzenpolitikern überwacht. Auch die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff und ihr mexikanischer Kollege Enrique Peña Nieto seien ausgespäht worden.

Angriff auf Google und Yahoo

Die NSA konnte laut der „Washington Post“ den Datenverkehr zwischen den Rechenzentren der beiden Internet-Riesen abgreifen. In den Rechenzentren werden Informationen aus E-Mail-Diensten, Suchanfragen oder Dokumente der Nutzer gespeichert. Inzwischen sollen die Daten auch zwischen den Rechenzentren verschlüsselt unterwegs sein.

„Wir können so einfach nicht arbeiten“, schrieb er. Die Kunden vertrauten darauf, sichere Technik geliefert zu bekommen. Ohne ein Umdenken werde die Technologieführerschaft amerikanischer Unternehmen in der Netzwirtschaft leiden.

Zuvor hatte bereits Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in einem Brief an Obama die Überwachungstätigkeit des Geheimdiensts NSA kritisiert.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.05.2014, 14:38 Uhr

Zitat : Cisco war vergangene Woche ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, nachdem Vorwürfe laut wurden, die NSA fange Geräte von amerikanischen Hardware-Herstellern ab und präpariere sie zur besseren Überwachung der Nutzer.

- das war wohl der Witz zum Sonntag !

Die Hardwarehersteller in USA bauen die Vorgaben der US-Regierung schon bei der Produktion mit ein ! Die NSA braucht da nichts abzufangen !

Die Gauner halten wohl das Volk immer noch für dämlich ?

Hersteller wie Cisco müssen wohl erst über den Jordan springen, bis auch der letzte Depp kapiert hat, dass die Menschen keine ÜBERWACHUNG wünschen !

Boykott der AMI-Ware ist jetzt angesagt !

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