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19.01.2006

14:45 Uhr

Umbau der Festnetzsparte

Telekom streicht Call-Center zusammen

Der Aufschrei über den angekündigten massiven Stellenabbau der Deutschen Telekom ist noch nicht verhallt, da setzt der Konzern die Neuausrichtung der schwächelnden Festnetzsparte T-Com schon fort.

HB BONN. T-Com-Chef Walter Raizner hat sich nun die Call-Center und das unüberschaubare Angebot von Produkten für die Privatkunden vorgenommen. Beides soll gestrafft und optimiert werden. Dies sei ein wichtiger Baustein, um die T-Com zu einem schlagkräftigen, effizienten und kundenorientierten Unternehmen zu machen, teilte Europas größter Telekommunikationskonzern am Donnerstag mit. Den betroffenen 3300 Beschäftigten soll laut Telekom eine Weiterbeschäftigung an den verbleibenden Standorten angeboten werden. T-Com beschäftigt derzeit mehr als 15 000 Mitarbeiter in den Call-Centern.

Raizner hat vor allem eines im Sinn: „Wir werden unsere Rolle als Innovationsführer ausbauen und eine Weltklasse-Infrastruktur mit den neuesten Produkten und dem besten Service“ aufbauen, sagt er. Sein Ziel ist klar. Mit dem Ausbau des Glasfasernetzes und so genannten triple-play-Angeboten (Telefonie, Internet, Unterhaltung) soll die stärker werdende Konkurrenz in Schach gehalten werden. Doch in der schwächelnden Festnetzsparte muss Raizner trotz aller Visionen derzeit viele Baustellen bearbeiten.

Bis zur Jahresmitte sollen die knapp 100 Call Center der Telekom auf 51 verringert werden. Gleichzeitig streicht das Unternehmen bis Ende 2007 die Anzahl der Produkte für Privatkunden von 200 auf etwa 80 zusammen. Mehr Transparenz und Steigerung der Service-Qualität werden als Gründe genannt.

Unterdessen meldet Lothar Schröder von der Verdi-Zentrale Bedenken an. „Wir sind überrascht über die Entwicklung“, sagt der designierte Nachfolger von Franz Treml im Aufsichtsrat der Telekom und verweist auf Verträge über den Schutz von Standorten in der Fläche. Regionalpolitisch hält der Gewerkschafter die Pläne für äußerst fragwürdig. Schröder vermutet eine ganz andere Absicht des Vorstands: „Wir befürchten, dass die Maßnahmen nur ein Instrument sind, die betroffenen Mitarbeiter zu vergraulen, dass diese am Ende freiwillig den Konzern verlassen.“

Auf Freiwilligkeit setzt nämlich Personalchef Heinz Klinkhammer bei der Umsetzung des im November vergangenen Jahres angekündigten Stellenabbaus. Bis Ende 2008 sollen 32 000 Menschen das Unternehmen verlassen. Davon betroffen ist vor allem T-Com mit 20 000 Stellen. Gleichzeitig sollen aber auch 8000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden - vor allem durch den Aufbau des Glasfasernetzes und des Ausbaus von T-Punkten.

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