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16.01.2003

22:50 Uhr

Umsatz gestiegen

Quartalsgewinn von IBM schmilzt dahin

Der Gewinn des weltgrößten Computerkonzerns IBM ist im abgelaufenen Quartal trotz höherer Umsätze mit Dienstleistungen und Rechnern zum sechsten Mal in Folge zurückgegangen. Das Unternehmen hält zudem die Analystenprognosen für das laufende Vierteljahr für erreichbar. Die Aktien verloren nachbörslich mehr als zwei Prozent.

Reuters NEW YORK. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft sei auf 1,9 (Vorjahr 2,6) Mrd. Dollar oder 1,11 Dollar je Aktie gesunken, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. In diesem Ergebnis sei die Ende 2002 mehrheitlich an Hitachi verkaufte Festplattensparte nicht enthalten. Finanzchef John Joyce sagte in einem Reuters-Interview, das seit zwei Jahren schwache Branchenumfeld beginne sich zu stabilisieren.

Ohne die defizitäre Festplattensparte ist der Gewinn des in Anspielung auf die Farbe des Firmenlogos „Big Blue“ genannten Konzerns damit das sechste Quartal in Folge gesunken. Vor allem im Zusammenhang mit der im Oktober abgeschlossenen Übernahme der Beratungssparte des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC) verbuchte IBM im Quartal eine Sonderbelastung von 405 Mill. Dollar. Ohne diesen Einmalposten lag der Gewinn bei 2,3 Mrd. Dollar oder 1,34 Dollar je Aktie. Analysten hatten im Schnitt nur mit 1,30 Dollar je Aktie gerechnet.

Analysten: Zahlen sehen gut aus

Analysten äußerten sich in ersten Reaktionen positiv zum Quartalsbericht. „Uns gefallen viele der Zahlen: Der Gewinn je Aktie übetraf die Prognosen, und das Umsatzwachstum war auch besser als erwartet“, sagte John Rutledge, Fondsmanager bei Evergreen Technology. Dennoch verlor der Aktienkurs nachbörslich kräftig auf 84,00 Dollar von 86,05 Dollar zu Handelsschluss in New York. Kurz nach Bekanntgabe der Zahlen hatte er noch leicht zugelegt.

Vor allem in dem für IBM immer wichtiger werdenden Dienstleistungsbereich verbuchte der Konzern einen kräftigen Umsatzanstieg von 17 %. Im Quartal schloss IBM in dieser Sparte Verträge über insgesamt 18 Mrd. Dollar ab. Analyst Marty Shagrin von Victory Capital nannte die Dienstleistungssparte den Hauptwachstumsmotor des Konzerns. „Wenn IBM bei den Vertragsabschlüssen so stark ist, scheint dies ein gutes Zeichen für das Unternehmen zu sein“, sagte er.

Wie bei anderen Computerkonzernen wurden auch die Ergebnisse von IBM in den vergangenen beiden Jahren stark von der weltweiten Investitionszurückhaltung belastet. Finanzchef Joyce zeigte sich jedoch optimistisch, dass die Technologiebranche allmählich die Talsohle erreicht. „Ich denke, das Umfeld beginnt sich zu stabilisieren“, sagte er. Die derzeitigen Markterwartungen für die IBM-Gewinn- und Umsatzentwicklung werde das Unternehmen im laufenden Quartal erfüllen, aber wohl nicht übertreffen. Analysten rechnen derzeit mit einem knapp zehnprozentigen Erlös-Wachstum und einem neun Prozent höheren Gewinn je Aktie. Auch die aktuellen Expertenprognosen für das Gesamtjahr 2003 nannte Joyce vernünftig.

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