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12.01.2007

14:05 Uhr

Umsatz sinkt, Spartenchef geht

Emi-Musik liegt am Boden

VonDirk Heilmann

Der britische Musikkonzern Emi steckt in der Krise. Nach einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft warnt das Unternehmen nicht nur vor Einbrüchen bei Gewinn und Umsatz, sondern greift auch gleich beim Führungspersonal durch.

LONDON. Das Unternehmen trennte sich am Freitag mit sofortiger Wirkung vom Chef der Sparte Emi Music, Alain Levy, und seinem Stellvertreter David Munns. Konzernchef Eric Nicoli übernimmt jetzt selbst die Regie im Geschäft mit neuen Veröffentlichungen. Zugleich strafft er die Organisation und legt ein Sparprogramm auf. Die Ankündigungen ließen den Kurs der Emi-Aktie vorübergehend um 10 Prozent einknicken.

Emi ist der drittgrößte Musikkonzern der Welt und leidet wie die ganze Branche darunter, dass das Geschäft mit aus dem Internet heruntergeladenen Musiktiteln nicht die Einbrüche im Verkauf von Tonträgern ausgleicht. Nachdem der Umsatz schon in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2006/2007 um 6 Prozent geschrumpft ist, rechnet Emi nun für das gesamte Geschäftsjahr, das am 31. März endet, mit einem Minus von bis zu 10 Prozent. Damit würde Emi wohl deutlich schlechter als die Branche abschneiden.

Nicoli hat im vergangenen Jahr zum wiederholten Male vergeblich versucht, eine Fusion mit einem großen Konkurrenten in die Wege zu leiten. Doch er beendete die Bemühungen um das US-Unternehmen Warner Music, als deutlich wurde, dass sie wohl an den europäischen Kartellbehörden scheitern würden. Ein Übernahmeangebot des Finanzinvestors Permira wehrte er im Dezember ab. Seitdem ist die Emi-Aktie um 17 Prozent gefallen.

Analysten bezeichneten die geschäftliche Entwicklung bei Emi als beängstigend. Das Unternehmen hatte darauf gesetzt, mit Neuveröffentlichungen von Stars wie Robbie Williams und Norah Jones das schwache erste Halbjahr ausgleichen zu können. Doch vor allem die Williams-CD fiel bei den meisten Kritikern durch. Sie erreichte zwar die Spitze der Charts, verkaufte sich aber nicht so herausragend wie frühere Alben.

Auch für das kommende Geschäftsjahr dämpfte Emi die Erwartungen. Die Umstrukturierung werde den Umsatz belasten, aber die Gewinnmargen steigern. Emi will durch Einsparungen in allen Bereichen, vor allem in der Zentrale, die Kostenbasis um 110 Mill. Pfund (166 Mill. Euro) im Jahr verringern. Außerdem deutete Emi den Rückzug aus Regionen und Geschäften an, die keine befriedigenden Gewinne versprechen.

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