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19.01.2012

15:15 Uhr

Umsatz-Steigerung

Microsoft trotzt der Windows-Schwäche

Umsatz steigt, Gewinn stagniert: Der Softwareriese hat im vierten Quartal die sinkende Nachfrage nach dem Betriebssystem Windows weggesteckt. Nun hofft der Konzern auf Windows 8 und das Geschäft mit mobilen Anwendungen.

Der letzte Auftritt von Microsoft auf der Unterhaltungselektronikmesse CES in Las Vegas. Im kommenden Jahr wird Microsoft nicht vertreten sein. AFP

Der letzte Auftritt von Microsoft auf der Unterhaltungselektronikmesse CES in Las Vegas. Im kommenden Jahr wird Microsoft nicht vertreten sein.

RedmondSoftware-Primus Microsoft verkraftet die schwächelnden PC-Verkäufe weitgehend unbeschadet. Zwar fiel die Nachfrage nach dem Betriebssystem Windows im zweiten Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember. Dafür griffen die Firmenkunden stärker als im Vorjahreszeitraum zu Office- und Server-Software aus dem Hause Microsoft.

Der Umsatz stieg insgesamt um fünf Prozent auf 20,9 Milliarden Dollar (16,1 Milliarden Euro). Höhere Kosten etwa in der Entwicklung ließen den Gewinn allerdings bei 6,6 Milliarden Dollar stagnieren. Konzernchef Steve Ballmer sprach am Donnerstag von „soliden Finanzergebnissen“, vor allem da in diesem Jahr zahlreiche Neuerscheinungen anstünden. Das lässt die Kunden üblicherweise zurückhaltender werden bei den aktuellen Produkten. So steht beispielsweise Windows acht vor der Tür.

Erschwerend kommt hinzu, dass die PC-Verkäufe schwächeln. Zum einen greifen vielen Kunden mittlerweile lieber zu Tablet-Computern und Smartphones statt zu einem neuen PC. Zum anderen hatte die Flut in Thailand bestimmte Bauteile knapp werden lassen, so dass die Produktion stockte. Windows wird üblicherweise zusammen mit einem neuen PC ausgeliefert.

Über allem schwebt die Unsicherheit durch die Schuldenkrise. Dennoch konnte der fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Kevin Turner verkünden: „Das Weihnachtsgeschäft war das stärkste in Microsofts Geschichte.“ Vor allem die Spielekonsole Xbox 360 mit der Gestensteuerung Kinect fand viele Fans. Die Aktie stieg nachbörslich um drei Prozent.

Die Quartalszahlen des weltweit größten Softwareherstellers Microsoft wurden mit Spannung erwartet. Die IT-Branche hatte im abgelaufenen vierten Quartal mit Umsatzrückgängen zu kämpfen, wie die bereits vorgelegten Zahlen der Konkurrenten Software AG und Oracle gezeigt haben. Dabei gilt das vierte Quartal in der Branche eigentlich als stark: Vor Jahresende investieren viele Unternehmen noch einmal kräftig in ihre IT-Ausstattung.

IT-Branche wächst - aber langsamer
Analysten des Beratungsunternehmens Gartner in den USA hatte bereits Anfang Januar die Wachstumsprognose für 2012 heruntergeschraubt. Demnach werden die weltweiten IT-Ausgaben im Vergleich zu 2011 zwar um 3, 7 Prozent wachsen (3, 8 Billionen US-Dollar), allerdings hatten die Experten zuvor noch mit einem Wachstum von 4,6 Prozent gerechnet. Als Gründe werden die Euro-Krise sowie die Überflutungen in Thailand genannt.

In Europa erwartet Gartner sogar einen Rückgang der Ausgaben um 0,7 Prozent, da Unternehmen und Privatleute auf Grund der unsicheren Wirtschaftslage IT-Ausgaben zurückstellten.

Die Flut-Katastrophe in Thailand habe Auswirkungen auf die ganze Versorgungskette. Thailand sei ein großer Produktionsstandort für Komponenten. Der Wiederaufbau der Fabriken werde möglicherweise noch bis 2013 andauern.

Wiederaufbau von Fabriken dauert an
Von der Flut in Thailand war auch Microsoft stark betroffen. In der vergangenen Woche hatte Microsoft-Managerin Tami Reller bereits darauf hingewiesen, dass die PC-Verkäufe durch die Flut bedingt leicht gefallen seien.

Laut Gartner wurden im vierten Quartal 2011 92,2 Millionen PCs verschifft, etwa 1,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Microsoft ist mit seinem Betriebssystem Windows nach wie vor Marktführer, hatte allerdings bereits in den vergangenen drei Quartalen mit den Software-Verkäufen unter den Erwartungen gelegen.

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