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16.07.2014

04:12 Uhr

Umsatz- und Gewinnsteigerung

Intel berappelt sich dank Erholung des PC-Marktes

Dem PC-Markt geht es besser und Intel profitiert davon: Der weltgrößte Chiphersteller legte im zweiten Quartal zu. Und auch bei der Prognose für das Gesamtjahr sieht das Unternehmen Gutes voraus.

Intel kann sich über steigende Zahlen freuen, dem gestärkten PC-Markt sei Dank. Reuters

Intel kann sich über steigende Zahlen freuen, dem gestärkten PC-Markt sei Dank.

San FranciscoDer weltgrößte Chiphersteller Intel wittert Morgenluft. Der AMD-Rivale hat eine optimistische Umsatzprognose für das Gesamtjahr abgegeben. Die Umsatzerlöse dürften etwa um fünf Prozent klettern, teilte Intel am Dienstag nach Börsenschluss mit. Damit erhöhte das Unternehmen seine vorherige Schätzung etwas. Zudem weitete Intel sein Aktienrückkaufprogramm aus. Analysten werteten dies als ein Zeichen dafür, dass der Konzern mit einer Stabilisierung auf dem PC-Markt rechnet. Anleger reagierten erfreut: Im nachbörslichen Handel legte die Intel-Aktie knapp vier Prozent zu.

Intel profitiert von einer überraschend kräftigen Erholung am PC-Markt. Vor allem Unternehmen hatten zuletzt wieder verstärkt in neue Computer investiert. Grund für die Entwicklung dürfte Experten zufolge vor allem sein, dass Microsoft die Unterstützung seines alten Betriebssystems Windows XP eingestellt hat. Viele Firmen nutzten den Umstieg auf neue Software auch gleich zur Anschaffung neuer Desktop-Rechner.

Ausbau der Produktpalette

Für das dritte Quartal erwartet Intel nun einen Umsatz von 14,4 Milliarden Dollar mit einer möglichen Abweichung von bis zu 500 Millionen Dollar in beide Richtungen. Von Reuters befragte Analysten hatten zuletzt einen Umsatz von rund 14 Milliarden Dollar erwartet.

Intel war vom Boom der Smartphones und Tablets kalt erwischt worden. Der Konzern hatte zunächst keine passenden stromsparenden Chips für die mobilen Geräte im Angebot. Gleichzeitig schrumpften die Verkäufe von klassischen PC, die zum allergrößten Teil mit Intel-Prozessoren laufen. Einziger ernsthafter Rivale ist hier AMD.

Intel habe seine Produktpalette ausgebaut, erklärte Firmenchef Brian Krzanich nun am Sitz in Santa Clara. Das Unternehmen arbeitet unter anderem daran, seine Chips in Alltagsgeräte zu integrieren, um sie mit dem Internet zu verbinden. Die Palette reicht vom Auto bis zum Babyfon. Auch etliche neue Tablets laufen mittlerweile mit stromsparenden Intel-Chips.

Die größten Chiphersteller

Ein Milliardenmarkt

Chips stecken in immer mehr Geräten – vom Auto bis zur Smartwatch. Deswegen wächst die Nachfrage. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner erreichte der weltweite Umsatz mit Halbleitern 2013 rund 315 Milliarden Dollar, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dominator Intel

Intel ist und bleibt die Nummer 1. Der US-Konzern hielt 2013 nach Angaben von Gartner 15,4 Prozent Marktanteil. Der Umsatz sank allerdings um 1 Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar, vor allem wegen des schrumpfenden PC-Marktes.

Samsung macht auch in Chips

Samsung ist für seine Smartphones und Fernseher bekannt, doch der südkoreanische Konzern ist auch der zweitgrößte Chiphersteller mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent. In den letzten Jahren wuchs Samsung rasant, nicht zuletzt dank des steigenden Bedarfs an Speicherbausteinen (DRAM und NAND). Der Umsatz: 30,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent.

Qualcomm wächst dank Smartphones

Der US-Hersteller Qualcomm profitiert vom Smartphone-Boom, mit seinen Prozessoren für die mobilen Geräte sowie mit Komponenten für den Datenturbo LTE steigerte er seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent. Umsatz: 17,2 Milliarden Dollar.

Sonstige Anbieter

Mehrere andere Unternehmen machen mit Halbleitern zweistellige Milliardenumsätze: SK Hynix aus Südkorea, Toshiba aus Japan sowie Micron und Texas Instruments aus den USA.

Intel teilte weiter mit, dass das laufende Programm zum Aktienrückkauf um 20 Milliarden Dollar ausgedehnt und allein in diesem Quartal Anteilsscheine im Wert von etwa vier Milliarden Dollar vom Markt genommen werden sollten. Dies sei ein Indiz dafür, dass Intel die Aussichten auf dem PC-Markt wieder zuversichtlicher einschätze, sagte Bernstein-Analystin Stacy Rasgon.

Im zweiten Quartal steigerte Intel seinen Umsatz auf 13,8 Milliarden Dollar von 12,8 Milliarden Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum. In der PC-Sparte stieg der Umsatz um sechs Prozent. Der Nettogewinn erhöhte sich auf 2,8 Milliarden Dollar von zwei Milliarden Dollar.

Von

rtr

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