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04.09.2015

09:52 Uhr

Unbeeindruckt von Amazon-Vorstoß

Netflix bleibt beim Streaming ohne Download

Amazon lässt die Kunden seines Video-Dienstes neuerdings auch Sendungen herunterladen. Bei Netflix soll es diese Funktion aber nicht geben. Produktchef des US-Konzerns hält das Konzept nicht für „attraktiv“ genug.

Der Streaming-Dienst will keine Download-Funktion anbieten. ap

Netflix

Der Streaming-Dienst will keine Download-Funktion anbieten.

BerlinDer Video-Streamingdienst Netflix plant auch nach dem Vorstoß des Rivalen Amazon keine Download-Funktion für seine Nutzer. „Ich glaube immer noch nicht, dass es ein attraktives Konzept ist“, sagte Netflix-Produktchef Neil Hunt am Rande der Technik-Messe IFA in Berlin. Viele Leute fragten zwar nach dieser Funktion – aber sie mache das Leben mit den Diensten auch viel komplizierter.

„Man muss rechtzeitig daran denken, eine Sendung herunterzuladen, genug Speicherplatz haben, Dateien verwalten“, argumentierte Hunt. Netflix werde aber die Entwicklung beobachten und eine Download-Funktion könne bei Bedarf in relativ kurzer Zeit programmiert werden.

Alles rund um Netflix

Alternative zu den Videotheken

Die Netflix-Gründer Reed Hastings und Marc Randolph wollte eine Alternative zu den Videotheken aufbauen. 1997 fingen sie an, DVDs online zu verleihen – ohne Säumnisgebühren, die viele Nutzer nervten. Später führte das Unternehmen eine Flatrate ein.

Online-Dienst als zweites Standbein

2007 führte das Unternehmen einen Online-Dienst ein, Nutzer konnten die Filme auch übers Internet streamen. Für dieses Nebenprodukt verlangt Netflix seit 2011 auch Geld – erst empörten sich die Nutzer darüber, dann arrangierten sie sich damit.

Den Vorlieben der Nutzer auf der Spur

Netflix hat einen Algorithmus entwickelt, um die Vorlieben der Nutzer genau erfassen und passende Genres vorschlagen zu können. Das Unternehmen wertet zudem aus, welche Serien und Filme besonders häufig illegal heruntergeladen werden.

Einladung zum „Binge Watching“

Der Online-Dienst bietet alle Folgen einer Serie auf einen Schlag an – wer will, kann beispielsweise ein ganzes Wochenende mit der neuen Staffel von „House of Cards“ verbringen. Experten sprechen vom „Binge Watching“, also einer Art „Koma-Gucken“.

Schlagzeilen mit Eigenproduktionen

Netflix bietet größtenteils bereits ausgestrahlte Filme und Serien an, bemüht sich aber verstärkt um Eigenproduktionen. Die bekannteste ist wohl die hochgelobte Politserie „House of Cards“ mit Schauspieler Kevin Spacey. Auch Anbieter wie Amazon gehen inzwischen diesen Weg.

Expansion jenseits der USA

Der Heimatmarkt ist nicht genug: Netflix expandiert seit einigen Jahren, der Dienst ist bereits in Kanada, Südamerika, Großbritannien und den Niederlanden verfügbar. 2014 kamen diverse Länder hinzu, darunter Deutschland.

Beim Streaming werden die Inhalte grundsätzlich direkt aus dem Netz abgespielt. Amazon lässt die Kunden seines Video-Dienstes seit Anfang der Woche aber auch ausgewählte Sendungen herunterladen und ohne Internet-Verbindung ansehen. Dazu gehören von Amazon selbst produzierte Serien wie „Transparent“ oder „Bosch“, aber auch einige Titel anderer Studios wie „Homeland“, „Downton Abbey“ oder „Fear The Walking Dead“.

„Die interessantere Lösung aus meiner Sicht ist, dass wir Streaming an mehr Orten einfacher verfügbar machen“, sagte Hunt. Ihm schweben etwa Speichergeräte in Flugzeugen oder Zügen vor, damit Kunden sich per WLAN Netflix-Sendungen ansehen können.

Von

dpa

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