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14.08.2013

06:44 Uhr

Unbequemer Investor

Manager-Schreck Carl Icahn nimmt sich Apple vor

VonNils Rüdel

Der gefürchtete Großinvestor Carl Icahn ist bei Apple eingestiegen. Die Nachricht ließ den Aktienkurs emporschießen und dürfte viele Aktionäre freuen. Für Konzernchef Tim Cook ist es ein eher zweifelhaftes Vergnügen.

Nach iPad kommt Icahn

Turbulente Zeiten für Apple

Nach iPad kommt Icahn: Turbulente Zeiten für Apple

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New YorkEs waren nur zwei knappe Sätze. 16 Wörter über den Kurznachrichtendienst Twitter, die genügten, um den Apple-Konzern auf einen Schlag um 17 Milliarden Dollar wertvoller zu machen. „Wir haben momentan eine große Position bei Apple“, twitterte US-Milliardär Carl Icahn am Dienstagnachmittag New Yorker Zeit. „Wir glauben, dass das Unternehmen extrem unterbewertet ist“.

Icahn, der gefürchtete Großinvestor, ist also beim wohl meist beachteten Konzern der Welt eingestiegen. Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg investierte der 77-Jährige mehr als eine Milliarde Dollar. Die Nachricht katapultierte die Aktie des iPhone-Herstellers am Dienstag zwischendurch um 5,8 Prozent nach oben, am Abend schloss das Papier dann 4,75 Prozent im Plus bei 489,57 Dollar. An der Wall Street geht bereits das Wortspiel „iCahn“ um.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

ZTE

ZTE verkaufte im zweiten Quartal 10,1 Millionen Smartphones, ein deutliches Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil liegt bei 4,2 Prozent. Insgesamt setzte der chinesische Hersteller 15,3 Millionen Handys ab.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Was die Aktionäre gefreut haben dürfte, ist für Apple und Konzernchef Tim Cook allerdings ein eher zweifelhaftes Vergnügen: Icahn gilt als äußerst unbequemer Investor. Er ist dafür bekannt, sich erst in ein Unternehmen einzukaufen – um dann mit aller Härte seine Vorstellungen durchzusetzen. So mancher Firmenchef hat nach Icahns Intervention schon seinen Job verloren.

Was sich der Milliardär von Apple wünscht, ließ er gleich am Dienstag via Twitter wissen: Einen Aktienrückkauf, und zwar schnell. „Ich hatte heute eine nette Unterhaltung mit Tim Cook“, schrieb Icahn. „Haben über meine Meinung diskutiert, dass sofort ein größerer Rückkauf in Angriff genommen werden sollte. Wir wollen uns bald wieder unterhalten“. Ein solcher Schritt würde unter anderem den Wert der verbliebenen Aktien erhöhen.

Später legte Icahn dann in einem Interview nach. Er gehe davon aus, dass die Aktie des iPhone-Herstellers auf 700 Dollar steigen könne, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Voraussetzung: Apple kauft für 150 Milliarden Dollar Aktien zurück, leiht sich dafür Geld zu einem Zinssatz von drei Prozent und legt steigende Gewinne vor.

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Derzeit liegt das Papier trotz der jüngsten Kursgewinne rund ein Drittel unter dem Höchstwert von 705 Dollar im September vergangenen Jahres. Grund: Aktionäre und Analysten bemängeln, dem Kult-Konzern fehle es an neuen, revolutionären Ideen. Tatsächlich waren die Innovationen unter Cook bislang vor allem Fortentwicklungen bestehender Produkte wie iPhone, iPad oder der Software iOS. Für den Herbst und für kommendes Jahr hat Cook allerdings neue Produkte angekündigt.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

14.08.2013, 07:50 Uhr

Well done, Carl. Sharing the same enthusiasm for the stock.

You, David (Einhorn) and me, we all three could crack-up this company. That´s it !

Mac-Harry.de

14.08.2013, 08:39 Uhr

Icahn wird bei Apple nichts "mit aller Härte durchsetzen", da eine Milliarde Investment nur 0,2 Prozent am Eigentum repräsentieren. Ein CEO wird in keinster Weise von einem Eigentümer bewegt, der mal grade 0,2 Prozent der Firma besitzt. Da müsste er schon auf 25 Prozent aufstocken und dies käme einem Invest von etwa 125 Mrd. gleich. Die Aussage im text ist also völliger Nonsens, denn 124 Mrd. legt so schnell keiner nach, um Einfluss bei Apple nehmen zu können. Apple ist nicht VW oder BMW, also kleine Gesellschaften im Vergleich, die nur einen Bruchteil Wert sind. Selbst dort sind derartige Spielchen schwierig, aber bei Apple ist es unmöglich! Das unternehmen ist zu teuer.

fgh

14.08.2013, 08:49 Uhr

So wie man das liest ist icahn nur ein Bauer der weiss wieviel weizen einer in seinem Lager hat. dann geht er hin und nimmt sich einen Teil und verschwindet wieder. Mit Business hat das nichts zu tun es ist abzockerei. Man braucht ein System das einfach ist und jeder depp versteht und muss es dann immer und immer wiederholen...

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