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12.08.2015

21:27 Uhr

United Internet

Internetdienstleister verdient deutlich mehr

Der Internetdienstleister United Internet hat im ersten Halbjahr deutlich mehr verdient als erwartet. Trotz höherer Ziele beim Kundenzuwachs macht der Konzern keine Abstriche bei seiner Gewinnprognose.

Der Internetdienstleister United Internet hat im ersten Halbjahr besser als erwartet verdient. Vorstandschef Ralph Dommermuth bekräftigte die Gesamtjahresprognose. dpa

United Internet sieht optimistisch in die Zukunft

Der Internetdienstleister United Internet hat im ersten Halbjahr besser als erwartet verdient. Vorstandschef Ralph Dommermuth bekräftigte die Gesamtjahresprognose.

Montabaur/FrankfurtUnited Internet hat dank neuer Mobilfunk- und DSL-Kunden im ersten Halbjahr mehr verdient. Das operative Ergebnis (Ebitda) kletterte in den ersten sechs Monaten um 47,9 Prozent auf 351,3 Millionen Euro zu, wie der Internet- und Mobilfunk-Anbieter am Mittwochabend mitteilte. Damit lag die für Marken wie GMX oder 1&1 bekannte Firma jedoch unter den Erwartungen von Analysten, die mit einem Betriebsergebnis von 361 Millionen Euro gerechnet hatten. Der Umsatz kletterte um 27,2 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro.

Die Firma des Milliardärs Ralph Dommermuth hat neben der Übernahme des Glasfasernetz-Betreibers Versatal auch vom Zuwachs auf der Kundenseite profitiert: Die Zahl der Verträge stieg um 430.000 auf 15,21 Millionen. Für 2015 geht United Internet nun von 880.000 neuen Verträgen aus, 80.000 mehr als bisher angenommen. „Mit den im 1. Halbjahr 2015 erreichten Zahlen bei Umsatz und Ergebnis liegen wir gut auf Kurs“, betonte Dommermuth.

Obwohl der stärkere Kundenzustrom beim Konzern mit den Marken 1&1, GMX und Web.de über die Subventionen für Smartphones und Tablets tendenziell auf den operativen Gewinn drückt, bleibt es bei der anvisierten Steigerung des um Sondereffekte bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 40 Prozent. Die Umsatzprognose bleibt ebenfalls beim Alten.

Fördermodelle für ein schnelleres Netz

Breitbandausbau

Die Bundesregierung hat zugesagt, dass jeder Bürger in Deutschland bis zum Jahr 2018 mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde im Internet surfen kann. In ländlichen Regionen beträgt die Geschwindigkeit heute allerdings oft gerade einmal ein Megabit pro Sekunde. Deswegen ist vor allem der Ausbau im ländlichen Raum nötig, er ist aber wegen der weit auseinander liegenden Ortsteile der Kommunen häufig schwierig - und vor allem teuer. In Deutschland haben sich zwei unterschiedliche Ansätze für den Breitbandausbau im ländlichen Raum etabliert: das Deckungslückenmodell und das Betreibermodell.

Deckungslückenmodell

Dieser Ansatz, für den sich auch die Gemeinde Markt Igensdorf entschieden hat, um an dem Förderprogramm des Freistaates Bayern teilzunehmen, zeichnet sich dadurch aus, dass einem Telekommunikationsanbieter ein Zuschuss gezahlt wird, damit er die Breitbandinfrastruktur in der Kommune aufbaut und betreibt. Das ist das Modell, das Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (Foto) bevorzugt. Nach Auffassung des Deutschen Landkreistages spricht für dieses System, dass der zu zahlende Zuschuss vielfach deutlich geringer ist als die Summe der Investitionen in eine eigene Breitbandinfrastruktur. "Auch wird das wirtschaftliche Risiko auf den Zuschussempfänger verlagert, weil die öffentliche Hand nicht direkt am Netzausbau beteiligt ist", schreibt der Landkreistag in einer Stellungnahme.

Betreibermodell

Bei diesem Ansatz bauen die Kommunen dagegen die Infrastruktur selbst und verpachten diese im Anschluss an einen Betreiber. Für dieses System spreche, dass der öffentlichen Hand "die aus der Verpachtung resultierenden Erträge zufließen", heißt es in der Stellungnahme des Landkreistages. Und diese Mittel könnten nicht nur zur Refinanzierung der getätigten Investitionen, sondern auch "für den künftigen Netzausbau" eingesetzt werden. "Beim Deckungslückenmodell ist demgegenüber damit zu rechnen, dass für jeden weiteren Ausbau des Netzes weitere Finanzmittel der Kommune nötig sind", heißt es in der Stellungnahme weiter.

United Internet war in den vergangenen Monaten auf Einkaufstour: Der Konzern sicherte sich ein Fünftel des Anteile am Mobilfunk-Rivalen Drillisch und schluckte eine polnische Web-Seite. Zudem spielt das Unternehmen aus Montabaur im Westerwald einen Börsengang der Webhosting-Sparte durch.

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