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17.11.2015

10:15 Uhr

United Internet

Neukunden lassen Umsatz und Gewinn steigen

Zahlreiche Neukunden und Zukäufe bescheren United Internet einen Umsatz- und Ergebnisplus. Der Internetdienstleister profitiert auch von der Versatel-Übernahme. Vorstandschef Dommermuth bestätigt zudem die Jahresziele.

Das dritte Quartal verlief gut für den Internetdienstleister United Internet. Vorstandschef Ralph Dommermuth bekräftigte die Gesamtjahresprognose. dpa

United Internet sieht optimistisch in die Zukunft

Das dritte Quartal verlief gut für den Internetdienstleister United Internet. Vorstandschef Ralph Dommermuth bekräftigte die Gesamtjahresprognose.

FrankfurtDer Internet- und Mobilfunk-Anbieter United Internet hat im dritten Quartal dank zahlreicher Neukunden bei Umsatz und operativem Ergebnis zugelegt. Der Umsatz kletterte von Juli bis September um 26,3 Prozent auf 931,4 Millionen Euro, wie das im Technologieindex TecDax gelistete Unternehmen am Dienstag mitteilte. Im operativen Geschäft stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 43,2 Prozent auf 203,7 Millionen Euro.

Der Überschuss sank im Quartal deutlich auf 99,8 von 152,3 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum 2014 hatte das Unternehmen einen größeren Veräußerungsgewinn verbucht. Von Reuters befragte Analysten hatten für das abgelaufene Quartal bei einem Umsatz von 941 Millionen Euro ein Ebitda von 196 Millionen Euro prognostiziert.

Fördermodelle für ein schnelleres Netz

Breitbandausbau

Die Bundesregierung hat zugesagt, dass jeder Bürger in Deutschland bis zum Jahr 2018 mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde im Internet surfen kann. In ländlichen Regionen beträgt die Geschwindigkeit heute allerdings oft gerade einmal ein Megabit pro Sekunde. Deswegen ist vor allem der Ausbau im ländlichen Raum nötig, er ist aber wegen der weit auseinander liegenden Ortsteile der Kommunen häufig schwierig - und vor allem teuer. In Deutschland haben sich zwei unterschiedliche Ansätze für den Breitbandausbau im ländlichen Raum etabliert: das Deckungslückenmodell und das Betreibermodell.

Deckungslückenmodell

Dieser Ansatz, für den sich auch die Gemeinde Markt Igensdorf entschieden hat, um an dem Förderprogramm des Freistaates Bayern teilzunehmen, zeichnet sich dadurch aus, dass einem Telekommunikationsanbieter ein Zuschuss gezahlt wird, damit er die Breitbandinfrastruktur in der Kommune aufbaut und betreibt. Das ist das Modell, das Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (Foto) bevorzugt. Nach Auffassung des Deutschen Landkreistages spricht für dieses System, dass der zu zahlende Zuschuss vielfach deutlich geringer ist als die Summe der Investitionen in eine eigene Breitbandinfrastruktur. "Auch wird das wirtschaftliche Risiko auf den Zuschussempfänger verlagert, weil die öffentliche Hand nicht direkt am Netzausbau beteiligt ist", schreibt der Landkreistag in einer Stellungnahme.

Betreibermodell

Bei diesem Ansatz bauen die Kommunen dagegen die Infrastruktur selbst und verpachten diese im Anschluss an einen Betreiber. Für dieses System spreche, dass der öffentlichen Hand "die aus der Verpachtung resultierenden Erträge zufließen", heißt es in der Stellungnahme des Landkreistages. Und diese Mittel könnten nicht nur zur Refinanzierung der getätigten Investitionen, sondern auch "für den künftigen Netzausbau" eingesetzt werden. "Beim Deckungslückenmodell ist demgegenüber damit zu rechnen, dass für jeden weiteren Ausbau des Netzes weitere Finanzmittel der Kommune nötig sind", heißt es in der Stellungnahme weiter.

„Mit den in den ersten neun Monaten 2015 erreichten Zahlen bei Kundenverträgen, Umsatz und Ergebnis liegen wir gut auf Kurs, um auch 2015 unsere Ziele zu erreichen“, fasst Vorstandschef Ralph Dommermuth den bisherigen Geschäftsverlauf zusammen. Die Firma des Milliardärs hat neben der Übernahme des Glasfasernetz-Betreibers Versatel auch vom Zuwachs auf der Kundenseite profitiert. In der ersten neun Monaten konnte United Internet die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge um 650.000 auf 15,4 Millionen erhöhen.

Am Morgen lagen die Papiere von United Internet 3,3 Prozent im Plus.

Von

rtr

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