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10.10.2014

13:04 Uhr

Unmut über Satya Nadella

Microsofts Gehaltstipp für Frauen sorgt für Ärger

Frauen sollten nicht nach einer Gehaltserhöhung fragen, denn mit der Zeit würde das richtige Gehalt von selbst kommen. Das sagte Microsoft-Chef Nadella und sorgte für Unmut. Nun rudert er zurück.

Microsoft-Chef Satya Nadella verärgerte mit seinen Äußerungen zum Frauengehalt das Netz. Reuters

Microsoft-Chef Satya Nadella verärgerte mit seinen Äußerungen zum Frauengehalt das Netz.

PhoenixMicrosoft-Chef Satya Nadella hat sich mit einem Gehaltstipp für Frauen in die Nesseln gesetzt und schließlich einen Rückzieher gemacht. Nadella wurde auf einer Konferenz gefragt, wie Frauen im Technologiesektor vorankommen sollten. „Es geht nicht wirklich darum, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen“, sagte Nadella. „Aber man muss wissen und Vertrauen haben, dass das System einen im Laufe der Zeit mit der richtigen Gehaltserhöhung versorgt.“ Denn „gutes Karma“ werde sich letztlich auszahlen, ergänzte der gebürtige Inder auf einer Konferenz in US-Bundesstaat Arizona, auf der Frauen in der Computerwelt gewürdigt werden sollten.

Der Chef des Technologiekonzerns erntete für seinen Kommentar umgehend Kritik und Spott - noch auf der Konferenz und vor allem im Kurznachrichtendienst Twitter. Nadella, der seit Februar im Amt ist, bemühte sich sogleich um Schadensbegrenzung. Einige Stunden nach seinen Äußerungen erklärte er über Twitter, er habe sich „undeutlich“ dazu geäußert, wie Frauen nach einer Lohnerhöhung fragen sollten. „Unsere Branche muss die Lücke bei der unterschiedlichen Bezahlung von Männern und Frauen schließen.“ Dann seien Gehaltserhöhungen zum Ausgleich von Benachteiligungen gar nicht mehr nötig.

Das ist Satya Nadella

Geboren in Hyderabad

Satya Nadella wurde 1967 in der indischen Großstadt Hyderabad als Sohn eines hochrangigen Beamten geboren. Nach der Schulausbildung studierte er zunächst Elektroingenieurwesen in Indien, dann Computer Science und Management in den USA.

Anfänge bei Sun Microsystems

Bevor Nadella 1992 zu Microsoft wechselte, arbeitete er als Elektroingenieur beim Silicon-Valley-Urgestein Sun Microsystems. Das Unternehmen wurde später von Oracle übernommen.

Entwickler von Bing und Office

Nadella war bei Microsoft maßgeblich an der Entwicklung der Suchmaschine Bing sowie des Bürosoftwarepakets Office beteiligt. Zuletzt leitete er beim Softwarekonzern das wichtige Cloud- und Unternehmensgeschäft.

Kandidat seit Ende Januar

Seit Ende Januar 2014 wurde darüber berichtet, dass Nadella der Nachfolger von Steve Ballmer als CEO von Microsoft werden könnte. Wenige Tage später bestätigte der Softwarekonzern die Meldungen.

Mann der leisen Töne

Nadella ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Bellevue im US-Bundesstaat Washington. Medien beschreiben ihn als einen Mann der leisen und überlegten Töne.

Nadella räumte auch gegenüber seinen Mitarbeitern einen Fehler ein, Microsoft veröffentlichte eine interne Mitteilung. „Ich habe die Frage völlig falsch beantwortet“, schrieb Nadella. Männer und Frauen sollten für gleiche Arbeit gleichen Lohn bekommen. „Wenn Sie denken, Sie verdienen eine Gehaltserhöhung, sollten Sie einfach danach fragen.“

Frauen in den USA erhielten im vergangenen Jahr nach einer Studie des Frauenverbands AAUW lediglich 78 Prozent des Gehalts, das Männer mit gleicher Qualifikation bekamen. Allerdings gibt es Daten, die nahelegen, dass der Gehaltsunterschied im Technologiesektor geringer ist. Von den mehr als 100.000 Microsoft-Beschäftigten sind Konzern-Angaben zufolge nur 29 Prozent Frauen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Delete User Delete User

10.10.2014, 15:58 Uhr

Dumm gelaufen für den Microsoft-Chef.

Möglicherweise ein Freudscher Versprecher, die ganz sicherlich genauso gemeint war, wie ihn Nadella ausgesprochen hat. Man sollte niemanden nach seiner Herkunft beurteilen, nur wenn man weiß welchen Stellenwert die Frau in Indien einnimmt, dann bekommt seine Aussagen einen noch höheren Wahrheitsgehalt.

Manch ein CEO oder Personalchef in Deutschland wird ähnlich über seine Mitarbeiter denken.

Hoffentlich bekommt der Microgeist-Chef ein paar gesalzene Sammelklagen an den Hals.

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