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29.04.2014

11:54 Uhr

Unter Auflagen

Kartellamt erlaubt Funke-Kauf von Springer-Blättern

Grünes Licht für den Besitzerwechsel: Das Kartellamt gibt den Verkauf von Zeitschriften des Springer-Verlags an die Funke frei. Allerdings unter einer Bedingung: mehrere Blätter gehen an die Mediengruppe Klambt.

Das Bundeskartellamt gibt den Verkauf von Springer-Zeitschriften frei: Somit werden unter anderem die Zeitschriften „Hörzu“, „Funk Uhr“, „Bildwoche“ und „TV Neu“ von der Funke Mediengruppe gekauft. dpa

Das Bundeskartellamt gibt den Verkauf von Springer-Zeitschriften frei: Somit werden unter anderem die Zeitschriften „Hörzu“, „Funk Uhr“, „Bildwoche“ und „TV Neu“ von der Funke Mediengruppe gekauft.

BonnNach langer Prüfung hat das Bundeskartellamt den Verkauf von Programmzeitschriften des Verlags Axel Springer an die Funke Mediengruppe freigegeben – allerdings unter Auflagen. Funke habe sich verpflichtet, mehrere Springer-Zeitschriften und eigene Titel an die Mediengruppe Klambt weiter zu verkaufen, teilte das Bundeskartellamt am Dienstag in Bonn mit. Klambt hat bisher keine Programmzeitschriften im Angebot. Der Marktzutritt der Mediengruppe stelle sicher, „dass in einem der auflagenstärksten Märkte für Publikumszeitschriften negative wettbewerbliche Auswirkungen (...) vermieden werden“, erklärte Behördenpräsident Andreas Mundt.

Den Angaben zufolge kann Funke die Zeitschriften „Hörzu“, „TV Digital“, „Funk Uhr“, „Bildwoche“ und „TV Neu“ wie geplant von Springer kaufen. Die drei zuletzt genannten Titel sowie die Funke-Zeitschriften „die zwei“, „Super TV“, „TV 4 Wochen“, „TV 4x7“ und „TVpiccolino“ werden aber an Klambt veräußert.

Die Funke Gruppe – Zeitungen, Illustrierte und Anzeigenblätter

Historie der Gruppe

Die WAZ wurde 1948 von Erich Brost und Jakob Funke gegründet. 2012 hatte Petra Grotkamp, eine Tochter Funkes, den Brost-Anteil übernommen und hält 66,6 Prozent. Für den Anteil soll sie 500 Millionen Euro gezahlt haben, das wurde aber nie bestätigt. Nach der Übernahme benannte sich das Unternehmen von „WAZ Mediengruppe“ in „Funke Mediengruppe“ um.

Die NRW-Titel der Gruppe

Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ WAZ ist der prominenteste Titel der Funke Mediengruppe. In Nordrhein-Westfalen sind es neben der WAZ noch „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ NRZ, „Westfalenpost“ und „Westfälische Rundschau“.

Im Januar überraschte das Medienhaus seine Leser und die Branche damit, dass die Redaktion der „Westfälischen Rundschau“ geschlossen und 120 Stellen abgebaut wurden. Die Zeitung existiert aber weiter - die Inhalte kommen jetzt von den Schwester-Blättern, aber auch von Konkurrenten wie den „Ruhr Nachrichten“. Das Management begründete den Schritt damit, den Titel trotz Kostendrucks erhalten zu wollen.

Die wichtigsten Zeitungstitel außerhalb von NRW

Außerhalb von NRW kommen noch die Thüringische Zeitungsgruppe mit „Thüringer Allgemeine“, „Ostthüringer Zeitung“ und „Thüringische Landeszeitung“ sowie die „Braunschweiger Zeitung“ hinzu. In Österreich ist die Gruppe an „Kronen Zeitung“ und „Kurier“ beteiligt.

Publikumszeitschriften

Dass die Gruppe auch „Gong“, „Frau im Spiegel“, „Landidee“, „TV direkt“ und viele andere Illustrierte publiziert, ist weniger bekannt. In der Essener Zentrale jedenfalls füllen die Blätter aus dem eigenen Haus ein ganzes Regal.

Gesamtauflage und Umsatz

Insgesamt erscheinen bei Funke 30 Tages- und Wochenzeitungen, 170 Illustrierte und Fachzeitschriften sowie Anzeigenblätter und Kundenzeitschriften. Die deutschen Tageszeitungen haben eine Auflage von knapp 1,1 Millionen. Der Funke-Umsatz lag 2011 bei 1,1 Milliarden Euro. In Deutschland hat die Gruppe 6000 Mitarbeiter.

Funke (ehemals WAZ) hatte im Juli von Springer die Programmzeitschriften, die Regionalzeitungen „Hamburger Abendblatt“ und „Berliner Morgenpost“ sowie mehrere Frauenzeitschriften und Anzeigenblätter gekauft. Dafür bezahlte der Essener Konzern rund 920 Millionen Euro. Den Besitzerwechsel der Zeitungen, Anzeigenblätter und Frauenzeitschriften genehmigte das Kartellamt im Dezember.

Weiterhin geprüft wird den Angaben zufolge die geplante Gründung zweier Gemeinschaftsunternehmen der beiden großen Verlage. Die neuen Firmen sollen Anzeigen vermarkten und Printmedien vertreiben.

Von

afp

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