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24.06.2011

22:26 Uhr

Unter Verdacht

Kartellbehörde nimmt Google ins Visier

US-Kartellbehörden haben ein Ermittlungsverfahren gegen Google eingeleitet - sie verdächtigen den Internet-Riesen des Marktmissbrauchs. Das wirkt sich auch auf die Aktie aus.

Google-Zentrale in Mountain View (Kalifornien). Quelle: dapd

Google-Zentrale in Mountain View (Kalifornien).

Washington/Mountain ViewGoogle ist die unumstrittene Nummer eins bei der Internet-Suche und das scheint zum Problem zu werden: Der Konzern steht nun ganz offiziell unter Beobachtung der US-Wettbewerbshüter. Für Google kann es unbequem werden. Das hatte schon der Fall Microsoft gezeigt.

Das Unternehmen erklärte am Freitag, von den Behörden über die Untersuchung informiert worden zu sein. Wettbewerber werfen Google vor, etwa bei der Online-Suche seine eigenen Dienste gegenüber denen von Rivalen vorzuziehen und diese so auszustechen. In mindestens drei US-Bundesstaaten prüfen die Staatsanwaltschaften laut Kreisen, ob der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber seine Marktmacht missbraucht. Die Ermittlungen der Behörden aus Kalifornien, New York und Ohio stünden aber noch am Anfang. Auch in Europa nehmen Behörden die Praktiken des Suchmaschinen-Betreibers bereits unter die Lupe. Die Aktie des Internet-Konzerns tendierte heute an der Wall Street gut ein Prozent schwächer.

„Gestern haben wir eine Benachrichtigung der Handelsbehörde FTC erhalten, nach der sie eine Überprüfung unseres Geschäfts eingeleitet hat“, gab der Internetkonzern am Freitag in seinem Firmenblog bekannt und kündigte an, mit der Behörde zusammenarbeiten. „Es ist noch unklar, welches Anliegen die FTC genau hat“, erklärte Google. Seit Monaten kursieren Medienberichte, nach denen ausgerechnet Googles Kerngeschäft im Mittelpunkt des Interesses der Wettbewerbshüter steht. Sollte die Untersuchung in einem Kartellverfahren münden, könnte es gefährlich werden. Denn mit der Internet-Suche scheffelt Google bis heute seine Milliardengewinne. Der Konzern verkauft Anzeigen passend zu den Suchergebnissen - mögliche Auflagen könnten also bedeuten, dass das Unternehmen bares Geld verliert.

Software-Primus Microsoft hat diese Erfahrung bereits vor Jahren mit seinem Betriebssystem Windows machen müssen. Google versuchte in seinem Blog dann auch, die eigenen Verdienste um die Internet-Suche herauszustellen: Googles Technik habe die Wirtschaft wachsen lassen und Arbeitsplätze geschaffen, führte das Unternehmen aus und erklärte gleichzeitig, niemand müsse auf Google zurückgreifen. „Jedermann steht es frei, Google zu nutzen - es gibt viele andere Möglichkeiten, an Informationen zu gelangen.“

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