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11.10.2014

11:33 Uhr

Unternehmens-Software

Salesforce fordert SAP heraus

Der US-amerikanische Software-Entwickler Salesforce will deutlich in den europäischen Markt investieren – und so Marktführer SAP überholen. 500 neue Stellen will das Unternehmen im kommenden Jahr in Europa schaffen.

Der Software-Branchenprimus SAP bekommt Konkurrenz. dpa

Der Software-Branchenprimus SAP bekommt Konkurrenz.

DüsseldorfMit deutlichen Investitionen in Europa will der amerikanische Cloud-Spezialist Salesforce zum Marktführer bei Unternehmenssoftware aufsteigen und den bisherigen Branchenprimus SAP überholen. „Im Geschäftsjahr 2015 wollen wir in Europa rund 500 neue Stellen schaffen“, sagte Salesforce-Präsident Keith Block im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Deutschland sei bei den Investitionen besonders wichtig: „Wir bauen unsere Niederlassung in München aus, haben gerade ein zusätzliches Büro in Berlin eröffnet und stellen Mitarbeiter ein“.

Nach Blocks Ansicht mache SAP noch immer das Gros des Umsatzes mit traditioneller Software. Dagegen setze Salesforce sein Knowhow als weltgrößtes Cloud-Softwareunternehmen: „Wir treiben die Bugwelle im Markt. Ein Unternehmen, das sein Geschäft ausweitet oder neu organisiert, baut nicht mehr eigene Datencenter aus, sondern setzt auf die Cloud.“ Deshalb wachse Salesforce jährlich um mehr als 30 Prozent.

Große SAP-Übernahmen

2007 - Business Objects

2007 übernehmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet - und ist inzwischen Marktführer.

2010 - Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

2012 - Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software - zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

2012 - Successfactors

2012 geht SAP die Übernahme von Successfactors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt

2014 - Concur

Im September 2014 kauft SAP das Unternehmen Concur, um sein wachsendes Cloud-Geschäft weiter auszubauen. Concur ist ein US-Anbieter von Firmensoftware für Reisemanagement und Reisekostenabwicklung. Der Preis von umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro bedeutet: Es ist die teuerste Übernahme in der Geschichte SAPs.

Die bestehende Partnerschaft mit der Deutschen Telekom will Salesforce nutzen, um auf diesem Wege Angebote für den Mittelstand im deutschsprachigen Raum zu vertreiben. Zudem soll in Kooperation mit dem Bonner Konzern ein Rechenzentrum in Deutschland entstehen, das voraussichtlich 2015 in Betrieb geht, unterstrich Block. Nach den Snowden-Enthüllungen könnten Kunden dann entscheiden, wo ihre Daten gespeichert würden.

Mit einem Jahresumsatz von rund drei Milliarden US-Dollar gilt Salesforce als eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen weltweit.

Der Konzern stellt seinen Kunden in der Cloud Anwendungen bereit, Nutzer sparen damit Anschaffungs- und Betriebskosten für die Programme.

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