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31.01.2008

09:58 Uhr

Unternehmenszahlen

Canon bleibt mutig

VonFinn Mayer-Kuckuk

Nach einem umsatzstarken Jahr sollen sich Kameras und Drucker auch 2008 gut verkaufen - doch ungünstige Wechselkursentwicklungen und eine nachlassende Verbrauchernachfrage könnten sich als Belastungen für die Japaner erweisen.

Canon-Kameras waren 2007 sehr beliebt. Foto: ap ap

Canon-Kameras waren 2007 sehr beliebt. Foto: ap

TOKIO. Der japanische Elektronikhersteller Canon hat seinen Gewinn dank hoher Nachfrage nach Kameras und Druckern im Jahr 2007 deutlich gesteigert. „Durch Optimierung der Produktion und des Einkaufs konnten wir die eskalierenden Rohstoffkosten und einen heftigen Preiswettbewerb ausgleichen“, teilte das Unternehmen gestern mit.

Der Bedarf an Digitalkameras, Farb- und Laserdruckern bleibt hoch. Der Nettogewinn legte um 7,2 Prozent auf 488 Mrd. Yen (drei Mrd. Euro) zu. Für die Zukunft seien jedoch Belastungen durch eine ungünstige Entwicklung der Wechselkurse und der Verbrauchernachfrage in den USA zu erwarten, sagt Fondsmanager Naoki Fujiwara von Shinkin Asset Management in Tokio.

Canon ist mit einer operativen Gewinnmarge von 17 Prozent einer der profitabelsten Hersteller von Bürogeräten wie auch von Kameras in Ostasien.

Für das kommende Jahr prognostiziert Canon einen Gewinnanstieg um 6,5 Prozent – also schwächer als in den Vorjahren. Die Schätzung wirkt jedoch recht mutig in Anbetracht eines hohen US-Anteils von 30 Prozent am Umsatz. Seit neun Jahren hat das Unternehmen sein Amerikageschäft Jahr für Jahr ausgeweitet – nun fürchtet es zum ersten Mal einen Rückgang. „Wir haben nicht erwartet, dass die Auswirkungen der Subprime-Krise so anwachsen würden“, sagte Canon-Finanzmanager Masahiro Osawa, als er die Bilanz vorstellte.

Trotz aller Belastungen rechnet das Tokioter Unternehmen mit einem Anstieg des Absatzes von Digitalkameras um sieben Prozent. Im abgelaufenen Jahr betrug das Wachstum elf Prozent, wozu der Bedarf aus Schwellenländern wie China viel beitrug. Für Kopierer erwartet Canon einen Mehrabsatz von vier Prozent nach neun Prozent im Jahr 2007.

Japans Exportunternehmen leiden zunehmend unter der Aufwärtstendenz der Landeswährung Yen gegenüber dem Dollar. Seit Juli vergangenen Jahres stieg die japanische Devise um 15 Prozent auf derzeit 106,90 Yen pro Dollar. Canon rechnet für seinen Ausblick 2008 mit einer Fortsetzung dieses Niveaus. Sorgenkind des Unternehmens bleibt zudem das geplante Engagement im Markt für Flachfernseher. In einer Tochtergesellschaft hat Canon TV-Geräte der nächsten Generation entwickelt, die ein klareres und viel helleres Bild bei weniger Stromverbrauch bieten. Die Technik verspricht viel, doch technische Schwierigkeiten verhindern trotz Milliardeninvestitionen bislang den Start der Massenproduktion. Die Fernseher sollten ursprünglich bereits im vergangenen Frühjahr in die Läden kommen.

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