Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.05.2013

14:08 Uhr

Urheberrechte

Dürfen Nutzer fremde Online-Videos verbreiten?

Dürfen Nutzer von Facebook auch in Zukunft Bilder oder Filme von anderen Usern auf ihren Seiten zeigen? Oder ist das künftig verboten? Das muss nun erst einmal der Europäische Gerichtshof klären.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entscheidet nun, ob das Einbinden von fremden Online-Videos zum Beispiel auf der eigenen Facebook-Seite Urheberrechte verletzt. AFP

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entscheidet nun, ob das Einbinden von fremden Online-Videos zum Beispiel auf der eigenen Facebook-Seite Urheberrechte verletzt.

KarlsruheDer Europäische Gerichtshof muss nun darüber entscheiden, ob Urheberrechte bei der Nutzung fremder Videos wie YouTube-Clips verletzt werden. Der Bundesgerichtshof verwies am Donnerstag die Frage an die nächste Instanz, ob beim Einbinden von nicht selbst produzierten Filmen und Fotos auf Internetseiten gegen den Schutz des geistigen Eigentums verstoßen wird.

Eine Entscheidung über das sogenannte "Framing" könnte weitreichende Konsequenzen haben, vor allem bei sozialen Netzwerken. Viele Facebook -Mitglieder verlinken regelmäßig YouTube- oder Vimeo-Videos mit ihrer Seite, um sie Freunden zu zeigen. YouTube-Nutzer wiederum stellen Filme bei der Google-Tochter zur allgemeinen Verfügung.

Jüngst wurde ISS-Astronaut Chris Hadfield mit dem David-Bowie-Song "Space Oddity" mit fast zwölf Millionen Aufrufen zum YouTube-Hit. Zu weltweitem Erfolg - auch dank zahlreicher YouTube-Aufrufe - brachte es auch der südkoreanische Musiker Psy mit seinem Gangnam Style. Tausende verlinkten die Filmchen auf ihrer Facebook-Seite. Ob sie dafür künftig abgemahnt werden könnten, muss nun der EuGH entscheiden. Der Bundesgerichtshof begründete die Verweisung an die höhere Instanz unter anderem damit, dass es in Europa eine einheitliche Gesetzgebung bei diesem Aspekt des Urheberrechts geben sollte.

Geklagt hatte die Inhaberin eines Films mit dem Titel "Die Realität" über Wasserverschmutzung, den sie zu Werbezwecken produzieren ließ. Dieser wurde von den beiden Beklagten, zwei selbstständigen Handelsvertretern eines Konkurrenzunternehmens, auf ihren Internetseiten abrufbar gemacht. Per Klick konnten sich Interessierte das Video, das sich auf dem YouTube-Server befand, auf den Interseiten in einem kleinen Rahmen ("Frame") anschauen. Die Klägerin ist der Meinung, dass damit gegen das Urheberrecht verstoßen wurde und klagt auf Schadensersatz.

Urheberrechte im Zusammenhang mit YouTube beschäftigen nicht nur in Europa die Justiz sondern auch in den USA. Dort lehnte ein Gericht in New York einen Antrag ab, zahlreiche Fälle in einer riesigen Sammelklage zusammenzufassen. Als Begründung führte der Vorsitzende Richter Louis Stanton an, dass Urheberheberrechtsfragen oft sehr unterschiedlich gelagert seien und deshalb von Fall zu Fall entschieden werden müssten. Eine Sammelklage sei deshalb wenig sinnvoll.

Im Fall von Googles YouTube würden auch logistische Gründe dagegen sprechen. "Die Idee, dass eine Sammelklage von dieser Dimension mit richterlichem Einfallsreichtum geregelt werden könnte, ist zwar schmeichelhaft, aber unrealistisch", schrieb Stanton in der Urteilsbegründung. Hätte das Gericht die Sammelklage angenommen, wäre der Fall zu einem Mammutprozess geworden. Ein Anwalt erklärte, die Klägerseite erwäge eine Anfechtung der Entscheidung. Eine Sprecherin von Google lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Klage gegen YouTube war 2007 unter anderem von der English Premier League, dem französischen Tennisverband und einer Reihe von Musikverlagen eingereicht worden und lief parallel zu einer eine Milliarde Dollar schweren Viacom -Klage, die bereits im April zurückgewiesen wurde. Dabei ging es unter anderem um das Posten von Videos beispielsweise von der Zeichentrick-Serie "South Park", die Nutzer auf YouTube hochgeladen hatten. (Reporter: Nate Raymond und Nadine Schimroszik; unter Mitarbeit von Michael Nienaber; redigiert von Kerstin Dörr)

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

KFR

16.05.2013, 15:50 Uhr

na klar, der WDR hat mal das Atomgewicht von Uran mit U134 verschleiert, Auf meine Frage , ich hätt da was abweichendes in Chemie gelernt, sagte man: bedauerlicher Zahlendreher Irrtum, das seien vertrauliche Infos und unter copyright. so krumm denkt die herschende Elite dieses Landes !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×