Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.07.2015

16:53 Uhr

Urheberrechte

Einbinden von Online-Videos bleibt erlaubt

Ein Teil-Sieg: Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass das Einbinden von fremden Videos auf Internetseiten zulässig ist. Doch es gibt eine Voraussetzung für das sogenannte Framing.

Das Einbinden ist unzulässig, wenn der Film ohne Zustimmung des Rechteinhabers eingestellt wurde. dpa

Youtube-Videos

Das Einbinden ist unzulässig, wenn der Film ohne Zustimmung des Rechteinhabers eingestellt wurde.

KarlsruheDas Einbinden fremder Internet-Videos auf der eigenen Homepage verstößt nicht grundsätzlich gegen das Urheberrecht. Dieses sogenannte Framing ist aber nur erlaubt, wenn der Rechteinhaber das Video selbst zuvor auf der Online-Plattform Youtube eingestellt und damit für alle Internetnutzer frei zugänglich gemacht hat, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Donnerstag in Karlsruhe verkündeten Urteil. (Az. I ZR 46/12)

Der BGH verwies zur Begründung auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), wonach mit dem Einbinden eines Videos von einer frei zugänglichen fremden Internetseite in die eigene Seite kein „neues Publikum angesprochen“ werde. Diese Nutzung sei auch per Framing zulässig.

Dabei werden den Nutzern einer Internetseite Videos zugänglich gemacht, die gar nicht auf dieser, sondern auf einer fremden Seite gespeichert sind. Um den Film anzusehen, muss der Nutzer die ursprünglich aufgerufene Seite aber nicht verlassen. Das Video wird mit der eigenen Internetseite verknüpft und so eingebunden, dass der Nutzer gar nicht unbedingt bemerkt, dass es sich um einen fremden Film handelt.

Urheberrechte: Dürfen Nutzer fremde Online-Videos verbreiten?

Urheberrechte

Dürfen Nutzer fremde Online-Videos verbreiten?

Dürfen Nutzer von Facebook auch in Zukunft Bilder oder Filme von anderen Usern auf ihren Seiten zeigen? Oder ist das künftig verboten? Das muss nun erst einmal der Europäische Gerichtshof klären.

Der BGH entschied nun einschränkend, dass solch ein Framing unzulässig ist, wenn der Film ohne Zustimmung des Rechteinhabers bei Youtube eingestellt wurde.

Im Ausgangsfall ist unklar, wie ein Werbevideo der klagenden Best Water International GmbH auf Youtube gelangte. Das Brandenburger Unternehmen verkauft Filter- und Aufbereitungssysteme für Trinkwasser. Unter dem Titel „Die Realität“ beschreibt der zweiminütige Film die Verschmutzung von Wasser. Handelsvertreter, die Filtersysteme eines Wettbewerbers verkaufen, machten sich dies zunutze: Um die Besucher ihrer Internetseite vom Sinn einer Filteranlage zu überzeugen, banden sie das Video ihres Konkurrenten per Framing in den eigenen Internetauftritt ein.

Nun muss die Vorinstanz nach Maßgabe des BGH prüfen, wer den Film auf Youtube eingestellt hat: Falls es das Unternehmen Best Water nicht war und anderen dafür auch keine Zustimmung gab, haben die Handelsvertreter mit dem Framing die Urheberrechte des Unternehmens verletzt und müssen dafür Schadenersatz zahlen.

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Ulrich Groeschel

09.07.2015, 20:27 Uhr

An sich müsste es langen wenn der Ersteller eines Videos oder Fotos im Begleittext erklärt, dass er Fraiming nicht erlaubt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×