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30.11.2013

02:10 Uhr

Urteil akzeptiert

Telekom will Drosseltarife nicht mehr „Flatrate“ nennen

Goodbye „Flatrate“: Die Telekom will künftig Drosseltarife nicht mehr mit dem Begriff auszeichnen, sondern ihn nur noch bei uneingeschränkten DSL-Pauschaltarifen einsetzen. Die Verbraucherzentrale NRW bleibt skeptisch.

Die Deutsche Telekom will die Bezeichnung „Flatrate“ laut Medienberichten künftig nur noch bei uneingeschränkten DSL-Pauschaltarifen einsetzen. dpa

Die Deutsche Telekom will die Bezeichnung „Flatrate“ laut Medienberichten künftig nur noch bei uneingeschränkten DSL-Pauschaltarifen einsetzen.

BonnDie Deutsche Telekom wird künftig nur noch uneingeschränkte DSL-Pauschaltarife als „Flatrate“ bezeichnen. Das berichten das Nachrichtenmagazin „Focus“ sowie die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Der Konzern reagiert damit auf ein Urteil des Kölner Landgerichts, das ihm verboten hatte, bei DSL-Flatrates ab einem bestimmten genutzten Datenvolumen das Übertragungstempo zu drosseln.

Die Telekom wird gegen dieses von der Verbraucherzentrale NRW erwirkte Urteil entgegen erster Reaktionen keine Berufung einlegen, berichtet die beiden Medien. Das Gericht hatte für die Tarife „Call&Surf“ und „Entertain“ die Drosselung untersagt, wie die Angebote als „Flatrate“ verkauft worden waren.

Für die Zukunft will die Telekom einerseits DSL-Tarife mit klar definierten Obergrenzen beim Datenvolumen für ungebremste Verbindungen vermarkten. Echte Flatrates ohne Volumengrenze soll es weiterhin geben - allerdings zu höheren Preisen. „Wir wollen insgesamt transparenter und kundenfreundlicher werden“, heißt es bei der Telekom intern.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

Klaus Müller, Chef der Verbraucherzentrale NRW, sprach in der „Rheinischen Post“ von einem „Sieg für die Verbraucher.“ Rechtsanwalt Thomas Bradler kritisierte dagegen im „Focus“ die Reaktion des Konzerns: „Sollte die Telekom lediglich vorhaben, gedrosselte DSL-Verträge künftig nicht mehr "Flatrate", sondern einfach anders zu benennen, so wäre das juristisch bedenklich und keinesfalls ausreichend.“

Telekom-Kunden könnten dann weiterhin darauf pochen, dass eine monatliche Volumenbegrenzung unwirksam ist, solange ein ursprünglich gebuchter Tarif als Flatrate verkauft wurde.

Von

dpa

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