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22.06.2012

17:05 Uhr

Urteil gegen Facebook

Ist Zuckerbergs „heiliger Gral der Werbung“ in Gefahr?

Facebook-Nutzer können in „Sponsored Stories“ ungefragt als Werbebotschafter auftauchen, wenn sie ein Produkt oder ein Unternehmen erwähnen. Nach einem Gerichtsurteil können Betroffene nun dagegen vorgehen.

Mark Zuckerberg: Facebook hat vor Gericht eine Niederlage einstecken müssen. dapd

Mark Zuckerberg: Facebook hat vor Gericht eine Niederlage einstecken müssen.

San FranciscoFacebook steht vor neuen Schwierigkeiten bei der Werbevermarktung. Nutzer können künftig verhindern, dass sie sich in „Sponsored Stories“ als unbezahlte Werbebotschafter wiederfinden, wenn sie beispielsweise ein Produkt oder Unternehmen erwähnen. Das hat das Online-Netzwerk in einem Vergleich zugesagt, mit dem es eine Sammelklage vor einem Gericht in Kalifornien beilegt.

Zudem muss Facebook den Nutzern künftig deutlich mitteilen, dass es bestimmte Äußerungen vermarktet. Da die „Sponsored Stories“ als wirksames Werbeinstrument gelten, könnte die Einigung zu empfindlichen Einbußen beim Umsatz führen.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Mit dem Anfang 2011 eingeführten Instrument können Unternehmen im Rahmen von Werbekampagnen bestimmte Facebook-Einträge von Nutzern hervorheben - hauptsächlich wenn diese bei einer Marke oder einem Produkt auf die „Gefällt-mir“-Schaltfläche klicken.

Die Einblendung mit Name und Foto des Mitglieds bekommen die jeweiligen Facebook-Freunde prominent angezeigt. Das Unternehmen muss nun in seinen Nutzungsbedingungen auf die Funktion hinweisen und nicht näher beschriebene Mechanismen zur Kontrolle der „Sponsored Stories“ bieten.

Netzwerk will Umsätze steigern: Facebook geht bei Werbung in die Offensive

Netzwerk will Umsätze steigern

Facebook geht bei Werbung in die Offensive

Facebook will mit einer neuen Auktionsplattform die Anzeigenumsätze steigern. Die Nutzer sollen gezielter angesprochen werden. Das funktioniert allerdings nur, wenn Facebook-Kunden im Internet genau beobachtet werden.

Facebook trägt die Anwaltskosten der Kläger bis zu einer Höhe von zehn Millionen Dollar und spendet weitere zehn Millionen Dollar an nicht-kommerzielle Organisationen. Das Unternehmen hat für die Umsetzung des Vergleichs sechs Monate Zeit.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte persönliche Empfehlungen von Freunden - wie sie mit den gesponserten Anzeigen gegeben werden - einmal als „heiligen Gral der Werbung“ bezeichnet. Die Einigung erschwert somit die Vermarktung der großen Reichweite des Sozialen Netzwerks.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

27.06.2012, 19:16 Uhr

Dieser Mann ist meiner Meinung nach brandgefährlich.

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