Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.09.2011

10:16 Uhr

US-Börsenaufsicht

Groupon muss Umsatzangaben halbieren

Rückschlag für den Groupon-Börsengang: Die Schnäppchen-Website hat ihre Umsätze nach Ansicht der US-Regulierer viel zu hoch angegeben. Es wachsen die Zweifel am Geschäftsmodell des einstigen Start-Up-Stars.

Hauptquartier von Groupon in Chicago, Illinois. AFP

Hauptquartier von Groupon in Chicago, Illinois.

New YorkGroupon muss auf Druck der US-Aufseher seine Umsatzangaben halbieren. Zudem geht die für das operative Geschäft zuständige Managerin Margo Georgiadis nach nur fünf Monaten zurück zu Google. Sie war bei Groupon die Nummer zwei nach Gründer und Chef Andrew Mason.

Bei Groupon können Unternehmen Rabatt-Coupons für ihr Geschäft anbieten. Das Unternehmen behält eine Kommission. Die Schnäppchen-Website galt schon als nächster Börsenliebling, doch der Weg zu einer erwarteten Bewertung von bis zu 20 Milliarden Dollar (14,8 Mrd. Euro) erweist sich als immer schwieriger. Anfang September soll Groupon - vor allem angesichts der schwachen Märkte - die Börsenpläne aufgeschoben haben.

Allerdings gibt es auch Zweifel am Geschäftsmodell: Groupon kommt trotz wachsenden Geschäfts nicht aus tiefroten Zahlen heraus, weil es sehr aufwendig ist, neue Kunden zu gewinnen. Zudem gibt es mittlerweile etliche Nachahmer, der Wettbewerb ist härter geworden.

Die am Freitag bekanntgegebene Bilanzierungsänderung lässt die Groupon-Umsätze auf einen Schlag etwa um die Hälfte schrumpfen. Bisher nahm die Firma den gesamten Wert eines Rabattgutscheins in die Bücher auf, jetzt nur noch die Kommission, die bei ihm tatsächlich hängenbleibt. Für das Jahr 2010 liegen die Erlöse jetzt zum Beispiel bei knapp 313 Millionen Dollar statt zuvor 713 Millionen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Regulierer bei Groupon eingreifen. Zuvor hatte eine zusätzliche Kennzahl-Berechnung, bei der die Kosten einfach ausgeklammert wurden, für Irritationen bei der US-Börsenaufsicht SEC gesorgt. Groupon musste die ergebnisfreundliche Kennzahlen-Darstellung aufgeben.

Groupon hatte im Juni den Gang aufs Parkett angekündigt und wollte ursprünglich bis zu 750 Millionen Dollar bei den Anlegern einsammeln. Beobachter hatten dem Internet-Senkrechtstarter sogar einen milliardenschweren Börsengang zugetraut, insbesondere nachdem das junge Unternehmen ein Kaufangebot von Google über angeblich sechs Milliarden Dollar abgelehnt hatte.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×