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16.07.2015

11:59 Uhr

US-Chipkonzern

EU-Kommission nimmt Qualcomm unter die Lupe

Der US-Chipkonzern Qualcomm hat schon in China eine Kartellstrafe kassiert. Jetzt steht er auch im Fokus der EU-Kommission. Die untersucht, ob Qualcomm Wettbewerber mit Kampfpreisen aus dem Markt drängen wollte.

Die Praktiken des US-Chipkonzerns Qualcomm (hier der Vorstandsvorsitzende Paul Jacobs) werden von den EU-Wettbewerbshütern untersucht. ap

Qualcomm im Visier der EU-Kommission

Die Praktiken des US-Chipkonzerns Qualcomm (hier der Vorstandsvorsitzende Paul Jacobs) werden von den EU-Wettbewerbshütern untersucht.

BrüsselNach einer Rekord-Kartellstrafe in China gerät der US-Chiphersteller Qualcomm auch in Europa ins Visier der Wettbewerbshüter. Die EU-Kommission geht nach eigenen Angaben dem Verdacht nach, dass das Unternehmen versucht hat, Rivalen mit ruinösen Kampfpreisen aus dem Markt zu drängen. Zudem will die Brüssler Behörde überprüfen, ob Qualcomm seine Kunden mit finanziellen Anreizen von Käufen bei der Konkurrenz abhalten wollte.

„Mit diesen Ermittlungen wollen wir sicherstellen, dass bei High-Tech-Zulieferern der Wettbewerb über die Qualität der Produkte ausgetragen wird“, erläuterte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Donnerstag. Qualcomm ist der Marktführer für Chips, die in Mobilgeräten wie Smartphones und Tablet-PCs laufen.

Die größten Chiphersteller

Ein Milliardenmarkt

Chips stecken in immer mehr Geräten – vom Auto bis zur Smartwatch. Deswegen wächst die Nachfrage. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner erreichte der weltweite Umsatz mit Halbleitern 2013 rund 315 Milliarden Dollar, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dominator Intel

Intel ist und bleibt die Nummer 1. Der US-Konzern hielt 2013 nach Angaben von Gartner 15,4 Prozent Marktanteil. Der Umsatz sank allerdings um 1 Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar, vor allem wegen des schrumpfenden PC-Marktes.

Samsung macht auch in Chips

Samsung ist für seine Smartphones und Fernseher bekannt, doch der südkoreanische Konzern ist auch der zweitgrößte Chiphersteller mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent. In den letzten Jahren wuchs Samsung rasant, nicht zuletzt dank des steigenden Bedarfs an Speicherbausteinen (DRAM und NAND). Der Umsatz: 30,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent.

Qualcomm wächst dank Smartphones

Der US-Hersteller Qualcomm profitiert vom Smartphone-Boom, mit seinen Prozessoren für die mobilen Geräte sowie mit Komponenten für den Datenturbo LTE steigerte er seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent. Umsatz: 17,2 Milliarden Dollar.

Sonstige Anbieter

Mehrere andere Unternehmen machen mit Halbleitern zweistellige Milliardenumsätze: SK Hynix aus Südkorea, Toshiba aus Japan sowie Micron und Texas Instruments aus den USA.

Das im kalifornischen San Diego ansässige Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Diese entbehrten jeder Grundlage, erklärte das Management. Man werde aber auch weiterhin mit der EU-Kommission kooperieren. Diese nimmt bereits internationale Branchengrößen wie Google, Amazon, Apple und Starbucks unter die Lupe.

Erst im Februar hatten chinesische Wettbewerbshüter Qualcomm eine in der Volksrepublik beispiellose Strafe von fast einer Milliarde Dollar aufgebrummt. Die Amerikaner sollen ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht haben, indem sie für ihre Mobilfunk- und Netzwerktechnik im sehr wichtigen chinesischen Markt höhere Lizenzgebühren als in anderen Ländern verlangten.

Von

rtr

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