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20.07.2015

20:23 Uhr

US-Chipkonzern

Micron glaubt nicht an Offerte aus China

Ein angebliches Angebot der chinesischen Tsinghua Unigroup für Micron hat sich zerschlagen. Der den US-Chiphersteller ist der letzte Hersteller sogenannter DRAM-Chips. Bislang gibt es von keiner Seite eine Stellungnahme.

Der Chihersteller Micron sieht keine Aussicht auf Erfolg einer Übernahme aus China. Reuters

Chip von Micron

Der Chihersteller Micron sieht keine Aussicht auf Erfolg einer Übernahme aus China.

New YorkDer US-Chipkonzern Micron räumt Insidern zufolge den milliardenschweren Übernahmeplänen aus China keine Erfolgsaussichten ein. Das Unternehmen habe die von der Regierung in Peking gestützte Tsinghua Unigroup darauf aufmerksam gemacht, dass die US-Behörden den Verkauf aus Sicherheitsgründen ohnehin blockieren dürften, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen am Montag.

Micron ziehe das Übernahmevorhaben nicht ernsthaft in Erwägung und habe deswegen auch noch offiziell keine Investmentbank als Beraterin beauftragt. Die beteiligten Unternehmen lehnten Stellungnahmen ab.

Tsinghua will 23 Milliarden Dollar bieten, hat Insidern zufolge bisher aber noch kein offizielles Angebot eingereicht. Micron mit Sitz in Idaho ist in den USA der letzte große Hersteller sogenannter DRAM-Chips, die in PCs laufen.

Die größten Chiphersteller

Ein Milliardenmarkt

Chips stecken in immer mehr Geräten – vom Auto bis zur Smartwatch. Deswegen wächst die Nachfrage. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner erreichte der weltweite Umsatz mit Halbleitern 2013 rund 315 Milliarden Dollar, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dominator Intel

Intel ist und bleibt die Nummer 1. Der US-Konzern hielt 2013 nach Angaben von Gartner 15,4 Prozent Marktanteil. Der Umsatz sank allerdings um 1 Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar, vor allem wegen des schrumpfenden PC-Marktes.

Samsung macht auch in Chips

Samsung ist für seine Smartphones und Fernseher bekannt, doch der südkoreanische Konzern ist auch der zweitgrößte Chiphersteller mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent. In den letzten Jahren wuchs Samsung rasant, nicht zuletzt dank des steigenden Bedarfs an Speicherbausteinen (DRAM und NAND). Der Umsatz: 30,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent.

Qualcomm wächst dank Smartphones

Der US-Hersteller Qualcomm profitiert vom Smartphone-Boom, mit seinen Prozessoren für die mobilen Geräte sowie mit Komponenten für den Datenturbo LTE steigerte er seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent. Umsatz: 17,2 Milliarden Dollar.

Sonstige Anbieter

Mehrere andere Unternehmen machen mit Halbleitern zweistellige Milliardenumsätze: SK Hynix aus Südkorea, Toshiba aus Japan sowie Micron und Texas Instruments aus den USA.

In China würde die Übernahme die Position von Tsinghua als Vorreiter der Technologie-Branche stärken. In der Welt-Liga der Chip-Hersteller spielt China bisher nicht mit.

Von

rtr

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