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29.04.2012

18:43 Uhr

US-Fachverlag Wiley

Mit „Dummies“-Ratgebern zum Erfolg

VonRolf Benders

John Wiley & Sons ist der älteste Fachbuchverlag der USA. In den 80er-Jahren steckte der Verlag in der Krise. Die „Für Dummies“-Ratgeber brachten den Erfolg. Heute gibt es mehr als 2000 - und sogar „Sex für Dummies“.

Der Vorstandsvorsitzende vom Wiley Verlag, Peter Booth Wiley. Kai Nedden für Handelsblatt

Der Vorstandsvorsitzende vom Wiley Verlag, Peter Booth Wiley.

New YorkWie die Kommandozentrale zur Verteidigung des gedruckten Wortes wirkt das Büro von Peter Booth Wiley am Hudson mit Blick auf die New Yorker Skyline. Die Wände sind deckenhoch mit Buchregalen aus dunklem Holz verstellt, und der Schreibtisch quillt über von Ausdrucken, Broschüren und Notizzetteln.

„Ich habe einen Kindle und einen Computer. Aber am Ende drucke ich mir doch alles Wichtige aus, um beim Lesen Notizen zu machen“, sagt der 69-Jährige grinsend. Nichts deutet auf den ersten Blick darauf hin, dass dieser weißhaarige Verleger mit dem Kugelschreiber in der Brusttasche seines knittrigen Hemdes das mehr als 200 Jahre alte Familienunternehmen erfolgreich ins digitale Zeitalter geführt hat.

John Wiley & Sons Inc. ist nicht nur einer der ältesten, sondern auch einer der wenigen großen konzernunabhängigen Verlage in den USA. Charles Wiley gründete 1807 eine Druckerei an der Adresse 3, Wall Street direkt gegenüber der berühmten Trinity Church am Kopfende der Finanzmeile. Er gehörte zum Literatenzirkel „Bread and Cheese Club“ um Lederstrumpf-Autor James Fenimore Cooper, dessen Bücher er auch verlegte.

„Er war ein Teil der New Yorker Kunstszene, aber ein schlechter Geschäftsmann“, sagt Peter Wiley über seinen Urahn. Charles' Sohn John startet dann 1826 mit 18 Jahren den Verlag, unter den ersten Büchern sind Werke von Edgar Allen Poe. 200 Jahre später hat der Verlag im Gegensatz zu anderen Häusern in der schnellen und krisengeschüttelten Buchbranche gut überlebt.

Gut 179 Millionen Dollar Gewinn machte Wiley im Geschäftsjahr 2011 bei einem Umsatz von 1,7 Milliarden Dollar. Seit 2001 stieg der Gewinn im Schnitt um beachtliche zwölf Prozent. Immerhin 40 Prozent des Umsatzes macht der Verlag heute schon mit digitalen Produkten, vor allem Lernmaterialien für Schulen und Hochschulen und die Forschung weltweit.

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