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09.01.2006

08:50 Uhr

Hat von seinen Aktienoptionen kräftig profitiert: Sun-Chef Scott McNealy.

Hat von seinen Aktienoptionen kräftig profitiert: Sun-Chef Scott McNealy.

NEW YORK. Wenn amerikanische High-Tech-Unternehmen in den kommenden Wochen ihre Geschäftsergebnisse vorlegen, können Investoren und Analysten an der Wall Street ihre Taschenrechner rausholen. Ab dem neuen Jahr müssen alle US-Firmen Aktienoptionen, die sie ihren Managern und Mitarbeitern gewähren, als Kosten in der Gewinn- und Verlustrechnung verbuchen. Da die Bewertungsverfahren für die Optionen jedoch große Spielräume bieten, dürfte es in den Bilanzen ein heilloses Durcheinander geben.

Klar ist bislang nur, dass die Gewinnzuwächse insbesondere der High-Tech-Firmen spürbar niedriger ausfallen werden - gehörten doch Aktienoptionen bislang zu den größten Lockmitteln in der IT-Industrie, um Top-Talente bei der Stange zu halten oder neu zu verpflichten. Da die Optionen jedoch bislang nur als Fußnote in der Bilanz auftauchten, achtete kaum jemand darauf. Wenn jedoch die Kosten dieser Art von Vergütung künftig in der Bilanz ausgewiesen werden müssen, könnten die Ergebnisse der Technologiebranche nach Meinung von Experten um bis zu 20 Prozent sinken.

Die meisten Wall-Street-Analysten lassen die neuen Regeln jedoch vorerst einfach links liegen und kehren zurück zu einer nicht minder verwirrenden Pro-forma-Rechnung. Diese Bilanzakrobatik, bei der Unternehmen einfach ungünstige Einflüsse auf ihre Gewinne herausrechnen, sorgte bereits vor vier Jahren für ein großes Chaos an den Märkten. Am Ende musste die Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) einschreiten, um ein Mindestmaß an Transparenz wieder herzustellen.

"Das Problem ist, dass die Unternehmen unterschiedliche Modelle zur Bewertung ihrer Aktienoptionen benutzen", sagt Robert Willens, Managing Director bei der Investmentbank Lehman Brothers in New York. Die Aufsichtsbehörde für die Bilanzregeln FASB habe ausdrücklich darauf verzichtet, die Bewertungsmethoden vorzuschreiben. "Das wird insbesondere viele Anleger verwirren", sagt Willens.

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