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24.04.2013

16:50 Uhr

US-Geschäft fusioniert

Befreiungsschlag für die Telekom

Die Aktionäre des Mobilfunkunternehmens Metro PCS haben der Fusion mit dem US-Geschäft der Deutschen Telekom zugestimmt. Noch ist aber nicht klar, ob damit alle Probleme für die Deutschen gelöst sind.

Eine Metro-PCS-Filiale in Dallas. dpa

Eine Metro-PCS-Filiale in Dallas.

Wenn Telekom-Chef René Obermann in wenigen Wochen die Bilanz 2012 auf der Hauptversammlung präsentiert, dürfte Wehmut mitschwingen: Es ist auch eine Bilanz in eigener Sache. Seit mehr als sechs Jahren steht der Manager an der Spitze des rosa Riesen aus Bonn. Das Aktionärstreffen ist vermutlich sein letzter großer Auftritt als Vorstandschef. Für die T-Aktionäre hat der 50-jährige Manager zum Abschied noch eine gute Botschaft im Gepäck: Die US-Mobilfunktochter, eines der größten Sorgenkinder der Telekom, hat wieder Perspektive. Sie wird mit dem kleineren Anbieter Metro PCS verschmolzen.

Am Mittwoch segneten die Metro PCS-Eigentümer die geplante Fusion der beiden Firmen ab. Das ausstehende Votum war die letzte Hürde, nachdem die zuständigen Aufsichtsbehörden schon zuvor grünes Licht gegeben hatten. Kurz vor dem Aktionärstreffen besserten die Bonner ihre Offerte noch einmal nach, um Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Das sind die größten Telekommunikationsunternehmen

Platz 10

Deutsche Telekom - 37,05 Milliarden Euro

Platz 9

Telstra (Australien) - 42,84 Milliarden Euro

Platz 8

NTT (Japan) - 43,13 Milliarden Euro

Platz 7

Telefonica (Spanien) - 46,31 Milliarden Euro

Platz 6

NTT Docomo (Japan) - 47,99 Milliarden Euro

Platz 5

America Movil (Mexiko) - 66,96 Milliarden Euro

Platz 4

Verizon (USA) - 93,38 Milliarden Euro

Platz 3

Vodafone (Großbritannien) - 94,26 Milliarden Euro

Platz 2

AT & T (USA) - 145,27 Milliarden Euro

Platz 1

China Mobile - 177,02 Milliarden Euro

Ranking nach Marktkapitalisierung (Dezember 2012) - Quelle: Bloomberg

Damit kann die Telekom in den USA mit rund 42 Millionen Kunden voraussichtlich schon bald wieder Gas geben. Der Zusammenschluss „ist ein großer Schritt für die Deutsche Telekom“, begrüßte Obermann die Zustimmung. Die Fusion sei enorm wichtig, um in den USA mit mehr Kraft angreifen zu können. Die neue Gesellschaft, an der die Bonner einen Anteil von 74 Prozent halten, ist nach Kundenzahl und Umsatz in Höhe von 25 Milliarden Dollar die größte Mobilfunktochter der Telekom, sie bleibt aber weiterhin nur die Nummer vier des Landes.

Die US-Aktivitäten der Telekom sind ein Relikt aus den Zeiten des früheren Vorstandschefs Ron Sommer, der die Schulden des Unternehmens mit zum Teil sündhaft teuren Zukäufen aufgetürmt hatte. Allein für den Einstieg in den US-Markt wurden 2001 rund 40 Milliarden Euro hingeblättert. Die Verschuldung kletterte kurzfristig auf über 70 Milliarden Euro.

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