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06.03.2014

16:39 Uhr

US-Internetkonzern

Apple verschob Milliardengewinne nach Irland

Apple steht erneut in der Kritik: Laut Medienberichten hat der US-Internetkonzern jahrelang die niedrige Umsatzsteuer Irlands genutzt und Gewinne in Milliardenhöhe von Australien auf die Insel transferiert.

Apples Steuertricks: In der Vergangenheit hatte das Unternehmen stets beteuert, sich im Rahmen der Gesetze zu bewegen. AFP

Apples Steuertricks: In der Vergangenheit hatte das Unternehmen stets beteuert, sich im Rahmen der Gesetze zu bewegen.

SydneyApple hat einem Bericht zufolge Gewinne in Milliardenhöhe nach Irland verschoben, um Steuerzahlungen in Australien zu umgehen. Insgesamt habe der US-Internetkonzern in den vergangenen zehn Jahren rund 8,9 Milliarden australische Dollar (5,4 Milliarden Euro) nach Irland transferiert, wo die Umsatzsteuer nur bei 0,7 Prozent liege, berichtete die renommierte „Australian Financial Review“ am Donnerstag. Die Zeitung konnte nach eigenen Angaben die Bilanzen der vergangenen zehn Jahre von Apple Sales International einsehen, einer Abteilung von Apple, die im Zentrum des Steuervermeidungssystems des Konzerns stehe.

2013 meldete Apple in Australien demnach einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 88,5 Millionen Australischen Dollar, nachdem es zuvor rund zwei Milliarden australische Dollar an Umsatz über Singapur nach Irland verschoben habe, berichtete die Zeitung weiter. Apple wollte auf Anfrage von AFP nicht Stellung zu dem Bericht nehmen. In der Vergangenheit hatte das Unternehmen stets beteuert, sich im Rahmen der Gesetze zu bewegen.

Australiens Finanzminister Mathias Cormann erklärte, sein Land dringe in der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) darauf, der Steuervermeidungspolitik großer Konzerne ein Ende zu bereiten. Unternehmen müssten dort, wo sie ihre Profite machten, auch angemessen Steuern zahlen.

Die Steuertricks großer Konzerne sorgen immer wieder für Wirbel. In den USA warf der Kongress Apple im Mai 2013 vor, durch ein komplexes Geflecht aus vielfach im Ausland angesiedelten Firmen Steuern in Milliardenhöhe zu sparen. Dabei wurde dem iPhone-Hersteller nicht vorgeworfen, illegal gehandelt zu haben; vielmehr ging es um Gesetzeslücken, die viele Großkonzerne im großen Stil zur Steuervermeidung nutzen.

Von

afp

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