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17.04.2013

16:38 Uhr

US-Kabelnetzkonzern

Liberty arbeitet an Offerte für Kabel Deutschland

Übernahmespekulationen um Kabel Deutschland: Einem Magazinbericht zufolge feilt der amerikanische Kabelnetzriese Liberty Global an einem Angebot. Aber auch Vodafone soll Interesse zeigen.

Der amerikanische Kabelnetzriese Liberty Global soll einem Medienbericht zufolge an einer Offerte für Kabel Deutschland feilen. dpa

Der amerikanische Kabelnetzriese Liberty Global soll einem Medienbericht zufolge an einer Offerte für Kabel Deutschland feilen.

FrankfurtDer amerikanische Kabelnetzriese Liberty Global feilt einem Magazinbericht zufolge an einer Übernahmeofferte für den deutschen Marktführer Kabel Deutschland. Liberty-Global-Chef Michael Fries und sein Deutschland-Statthalter Lutz Schüler arbeiteten an einem Übernahmeangebot, berichtete das „Manager Magazin“ am Mittwoch ohne Quellenangabe. Liberty Global wolle damit dem britischen Mobilfunkkonzern Vodafone zuvorkommen, der ebenfalls an einer Akquisition interessiert sei.

Kabel Deutschland versorgt rund 8,5 Millionen Haushalte mit Fernsehen, Internet und Telefon. Eine Sprecherin von Kabel Deutschland lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab, auch Liberty Global wollte sich nicht dazu äußern. An der Börse schoss die Aktie von Kabel Deutschland angetrieben von den Übernahmespekulationen um 5,3 Prozent auf 74 Euro in die Höhe.

Liberty Global hat in Deutschland mit Unitymedia und Kabel BW, die Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg versorgen, bereits zwei der großen Kabelnetzbetreiber übernommen und sie zusammengeführt. Dadurch entstand ein enges Oligopol. Der Branchenprimus Kabel Deutschland deckt 13 Bundesländer ab. Entsprechend scharf steht der Markt unter der Beobachtung der Wettbewerbshüter. So hatte das Kartellamt unlängst Kabel Deutschland die Übernahme des drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers Tele Columbus untersagt. Der Wegfall von Tele Columbus würde die Marktposition der beiden Großen weiter verfestigen, hatten die Wettbewerbshüter argumentiert. Kabel Deutschland reichte inzwischen dagegen Beschwerde ein.

Das sind die größten Telekommunikationsunternehmen

Platz 10

Deutsche Telekom - 37,05 Milliarden Euro

Platz 9

Telstra (Australien) - 42,84 Milliarden Euro

Platz 8

NTT (Japan) - 43,13 Milliarden Euro

Platz 7

Telefonica (Spanien) - 46,31 Milliarden Euro

Platz 6

NTT Docomo (Japan) - 47,99 Milliarden Euro

Platz 5

America Movil (Mexiko) - 66,96 Milliarden Euro

Platz 4

Verizon (USA) - 93,38 Milliarden Euro

Platz 3

Vodafone (Großbritannien) - 94,26 Milliarden Euro

Platz 2

AT & T (USA) - 145,27 Milliarden Euro

Platz 1

China Mobile - 177,02 Milliarden Euro

Ranking nach Marktkapitalisierung (Dezember 2012) - Quelle: Bloomberg

Aus der Finanzwelt kommen daher auch skeptische Stimmen, ob eine Offerte von Liberty Global überhaupt erfolgreich sein kann. „Das ist eine harte Nuß zu knacken aufgrund der Kartellbehörde“, sagte ein Telekom-Banker. Auch Analysten halten solch ein Projekt für schwer zu realisieren. In puncto Stimmung sei der Bericht zwar positiv für die Kabel-Deutschland-Aktie, jedes Angebot von Liberty Global werde aber erhebliche Kartellprobleme aufwerfen, kommentierten die Analysten von UBS. Ein Sprecher des Bundeskartellamts sagte unterdessen, der Kartellbehörde liege keine Anmeldung für ein solches Zusammenschlussvorhaben vor.

Die Kabelnetzbetreiber-Branche ist schon seit längerem in Bewegung. Medienberichten zufolge hat auch Vodafone ein Auge auf Kabel Deutschland geworfen. Zuletzt hieß es Ende Februar in Finanzkreisen, das Vodafone-Management schätze eine Übernahme immer noch als sinnvoll ein, überdenke aber seine Herangehensweise nachdem der Plan öffentlich geworden sei.

In der Finanzbranche wird jetzt noch ein weiteres Szenario diskutiert. So könnte einem Banker zufolge Libery Global auch nur deshalb eine Offerte für Kabel Deutschland vorbereiten, um den Preis für das Münchener Unternehmen in die Höhe zu treiben. Womöglich könnte so die Schwelle übertroffen werden, die Vodafone bereit sei zu zahlen, sagte ein Banker. Analysten hatten ein Zusammengehen von Deutschlands zweitgrößtem Mobilfunkanbieter mit dem Kabelnetzprimus als sinnvoll für beide Firmen gewertet.

Von

rtr

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