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15.10.2012

09:06 Uhr

US-Markt in Bewegung

Softbank übernimmt Mobilfunker Sprint

Softbank sucht neue Märkte – und ist in den USA fündig geworden: Der japanische Mobilfunker übernimmt den US-Anbieter Sprint. Damit gerät der US-Markt kräftig in Bewegung.

Softbank will sich offenbar die Mehrheit an Sprint sichern. Reuters

Softbank will sich offenbar die Mehrheit an Sprint sichern.

TokioDer japanische Konzern Softbank schluckt den drittgrößten US-Mobilfunker Sprint Nextel. Für 20,1 Mrd. Dollar übernimmt das Unternehmen einen Anteil von rund 70 Prozent, wie es am Montag in Tokio mitteilte. Softbank zahlt 12,1 Milliarden Dollar an die Sprint-Aktionäre; darüber hinaus umfasst die Transaktion neue Aktien im Wert von 8 Mrd. Dollar. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen haben der Transaktion bereits zugestimmt.

Japans drittgrößter Telekomanbieter will angesichts eines schrumpfenden Inlandsmarktes im Ausland wachsen. Die Übernahme ist Bloomberg-Daten zufolge die größte Akquisition eines japanischen Unternehmens im Ausland seit mindestens dem Jahr 2000.

In Japan ist der Absatz von Mobiltelefonen in den vergangenen fünf Jahren um 27 Prozent eingebrochen. Mit Sprint könnte Softbank in den USA tätig werden, den Ausbau des 4G-Netzwerks beschleunigen und die Verschuldung reduzieren. Softbank könnte aber auch weitere Zukäufe tätigen und größere Wettbewerber wie Verizon Wireless und AT&T herausfordern.

„Die Transaktion wird wahrscheinlich die finanzielle Belastung von Softbank erhöhen, da Sprint Verluste gemacht hat”, sagte Tomoaki Kawasaki, Analyst bei Iwai Cosmo Securities in Tokio vor der Mitteilung zu der Akquisition. „Das führt kurzfristig zu Besorgnis.” Der Aktienkurs von Softbank sank am Montag um 5,3 Prozent, seit dem 12. Oktober ist der Kurs um 17 Prozent eingebrochen.

„Die Ergebnisse von Sprint haben den Tiefpunkt erreicht und werden sich wahrscheinlich verbessern, wenn das Unternehmen beginnt, mehr LTE-Dienste anzubieten”, sagte Hitoshi Hayakawa, Analyst bei Suisse Group AG in Tokio, mit Blick auf die neue Mobilfunk-Technologie Long Term Evolution. Denn das sei geschehen, nachdem Softbank im Jahr 2006 Vodafone Japan erworben habe.

Der Milliardär Son, Japans zweitreichster Mann, hält einen Anteil von 20,92 Prozent an Softbank. Das Unternehmen verzeichnet das schnellste Wachstum unter den japanischen Mobilfunkanbietern und hat den Gewinn in den letzten vier Jahren versiebenfacht. Softbank war in Japan der erste Anbieter des populären iPhone von Apple.

Ein Aus der geplanten Übernahme des US-Mobilfunkanbieters Sprint Nextel durch den japanischen Konkurrenten Softbank wäre für beide Unternehmen mit Millionen-Kosten verbunden. Sollte eine Seite aus dem rund 20 Milliarden Dollar schweren Geschäft aussteigen, könne sich die Entschädigungszahlung auf bis zu 600 Millionen Dollar belaufen, teilte Sprint am Montag mit. Für Sprint könnte dies beispielsweise eine Option werden, wenn der Konzern eine höhere Offerte erhält. Bei der Softbank könnten Finanzierungsschwierigkeiten ein Grund für eine Absage der Übernahme sein. Sprint müsste zudem bis zu 75 Millionen Dollar auf den Tisch legen, sollten die Aktionäre nicht zustimmen.

Damit gerät der US-Markt kräftig in Bewegung. Erst am 3. Oktober hatte die Deutsche Telekom angekündigt, ihre T-Mobile USA mit MetroPCS zusammenlegen zu wollen. Ein Verkauf an AT&T war an den Aufsichtsbehörden gescheitert.

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