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07.03.2013

02:39 Uhr

US-Medienkonzern

Time Warner spaltet Zeitschriften ab

Medienmogul Murdoch hat es vorgemacht, nun folgt Time Warner: Der Medienkonzern trennt sich von seiner Verlagssparte. Die Magazintitel gehören zum Bekanntesten, was an amerikanischen Kiosken ausliegt.

Der US-Medienkonzern Time Warner trennt sich nun auch von seinen Zeitschriften. Reuters

Der US-Medienkonzern Time Warner trennt sich nun auch von seinen Zeitschriften.

New YorkDer US-Medienkonzern Time Warner trennt sich nach der Internettochter AOL und dem Geschäft mit Kabelanschlüssen nun auch von seinen Zeitschriften. Die Verlagssparte Time Inc. soll als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht werden.

Durch die Abspaltung könne sich der Konzern auf Film und Fernsehen konzentrieren, begründete Firmenchef Jeff Bewkes am späten Mittwoch (Ortszeit) in New York den Schritt. Der Umbau soll bis zum Ende des Jahres über die Bühne gehen.

Die Trennung kommt nicht überraschend. Bereits vor drei Wochen hatten US-Medien darüber berichtet, dass Time Warner einen Käufer für seine Verlagssparte suche. Zu dem Standbein, das dem Konzern einen Teil seines Namens gab, gehören traditionsreiche amerikanische Magazine wie „Time“, „Sports Illustrated“ oder „Fortune“.

Time Inc. hat mit der Abwanderung von Lesern und Anzeigen ins Internet zu kämpfen. Der Verlag hatte angekündigt, fast 500 seiner 8000 Jobs zu streichen. Der Umsatz der Magazinsparte war im vergangenen Jahr um 7 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar (2,5 Mrd Euro) geschrumpft. Der operative Gewinn bröckelte um 25 Prozent auf 420 Millionen Dollar.

„People“, „Instyle“ & Co.: Time Warner will Magazine verkaufen

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Time Warner will Magazine verkaufen

Laut US-Medienberichten dürfen nur drei Magazine im Unternehmen verbleiben.

Time Warner folgt mit dem Verkauf dem Beispiel von Medienmogul Rupert Murdoch. Der spaltet seine Verlagssparte mit dem Flaggschiff „Wall Street Journal“ von den wesentlich profitableren elektronischen Medien ab. Dazu zählen vor allem die „Fox“-Sender, aber auch eine Beteiligung am deutschen Bezahlkanal Sky.

Auch Time Warner verdient sein Geld vor allem mit seinen Fernsehsendern. Zum Konzern gehören das Nachrichten-Urgestein CNN, der Unterhaltungskanal TNT oder der Bezahlsender HBO. Zweites großes Standbein ist das Filmstudio Warner Bros. mit Blockbustern wie „Harry Potter“ oder „Der Hobbit“.

Es ist nicht der erste große Umbau bei Time Warner. Nachdem die zu Dotcom-Zeiten geschlossene milliardenschwere Ehe mit AOL gescheitert war, spaltete der Konzern seine Internettochter wieder ab. Auch der einst konzerneigene Kabelanschluss-Anbieter Time Warner Cable ist mittlerweile als eigenständiges Unternehmen an der Börse gelistet.

Von

dpa

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