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10.04.2013

21:04 Uhr

US-Mobilfunkanbieter

Telekom berät über Metro PCS Fusion

Die Telekom-Spitze berät Gerüchten zufolge erneut über eine Fusion mit dem US-Mobilfunkanbieter MetroPCS. Eine endgültige Entscheidung muss nicht unbedingt am Mittwoch fallen. In der Zwischenzeit legen MetroPCS-Titel zu.

Die Deutsche Telekom berät über den nächsten Schritt im Übernahmeringen um den US-Mobilfunkanbieter MetroPCS. Reuters

Die Deutsche Telekom berät über den nächsten Schritt im Übernahmeringen um den US-Mobilfunkanbieter MetroPCS.

FrankfurtDie Spitze der Deutschen Telekom berät über den nächsten Schritt im Übernahmeringen um den US-Mobilfunkanbieter MetroPCS. Das sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen müsse nicht unbedingt noch Mittwoch fallen, sagte einer von ihnen. Sprecher der Telekom und von MetroPCS wollten sich dazu nicht äußern. Reuters hatte vor einer Woche von zwei Insidern erfahren, dass der Bonner Konzern erwägt, die MetroPCS-Eigner mit einem besseren Angebot auf seine Seite zu ziehen. Die an der New Yorker Börse gelisteten MetroPCS-Aktien legten am Mittwoch nach Bekanntwerden der Beratungen um vier Prozent zu.

Die MetroPCS-Aktionäre stimmen am Freitag auf einer Hauptversammlung in Texas über die Fusion mit der Telekom-Tochter T-Mobile USA ab. Eine Zustimmung ist aber nicht sicher, da sich einige MetroPCS-Gesellschafter und einflussreiche US-Aktionärsberater gegen den Deal ausgesprochen haben. Ihrer Ansicht nach springt bei der Mobilfunkehe zu wenig für MetroPCS heraus. Das "Wall Street Journal" berichtete in seiner Online-Ausgabe unter Verweis auf mit der Sache vertraute Personen, dass die Telekom wahrscheinlich die Schuldenlast des neuen Unternehmens reduzieren werde, um den widerspenstigen Aktionären entgegenzukommen.

Das sind die größten Telekommunikationsunternehmen

Platz 10

Deutsche Telekom - 37,05 Milliarden Euro

Platz 9

Telstra (Australien) - 42,84 Milliarden Euro

Platz 8

NTT (Japan) - 43,13 Milliarden Euro

Platz 7

Telefonica (Spanien) - 46,31 Milliarden Euro

Platz 6

NTT Docomo (Japan) - 47,99 Milliarden Euro

Platz 5

America Movil (Mexiko) - 66,96 Milliarden Euro

Platz 4

Verizon (USA) - 93,38 Milliarden Euro

Platz 3

Vodafone (Großbritannien) - 94,26 Milliarden Euro

Platz 2

AT & T (USA) - 145,27 Milliarden Euro

Platz 1

China Mobile - 177,02 Milliarden Euro

Ranking nach Marktkapitalisierung (Dezember 2012) - Quelle: Bloomberg

Die Telekom will nach der bisherigen Planung 15 Milliarden Dollar Schulden von T-Mobile USA der fusionierten Firma aufbürden - die Gesamtverbindlichkeiten sollen bei 21 Milliarden Dollar liegen. Die MetroPCS-Aktionäre erhalten 1,5 Milliarden Dollar in bar - also 4,06 Dollar je Anteilsschein. Zudem werde sie mit 26 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligt - die restlichen 74 Prozent gehen an die Telekom.

René Obermanns Karriere (Stand: März 2013)

1963

Geboren in Düsseldorf, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen.

Ausbildung

Nach Abitur und Wehrdienst machte Obermann eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei BMW und studierte anschließend in Münster Volkswirtschaftslehre.

Selbständigkeit und Firmenverkauf

Nach der Gründung der eigenen Firma ABC Telekom, die unter anderem mit Telefonen und Fax-Geräten handelte, verkauft Obermann das Geschäft 1991 an den asiatischen Konzern Hutchison Whampoa. Obermann bliebt bis 1998 Chef der Hutchison Mobilfunk GmbH.

Anfang bei der Telekom

Im Jahr 1998 wechselt Obermann zur Deutschen Telekom, zu der ihn der damalige Vorstandschef Ron Sommer holt. Obermann arbeitet bis zum Frühjahr 2000 als Vertriebschef des Mobilfunkgeschäfts der Telekom.

Aufstieg bei der Telekom

Im Jahr 2000 wird Obermann Chef von T-Mobile Deutschland und steigt weiter im Konzern auf. Ab November 2002 ist er Telekom-Vorstand, im Jahr 2006 wird er zum Vorstandschef befördert.

Amtszeit als Vorstandschef

Kurz nach dem Amtsantritt holt er Timotheus Höttges in den Vorstand, der Anfang 2014 sein Nachfolger an der Konzernspitze werden wird. Obermann führt zudem im Kampf gegen Billiganbieter ab 2007 die Billigmarke Congstar ein und kämpft in den folgenden Jahren mit vielen komplexen Baustellen. Der Konzern hatte einst Journalisten bespitzelt, das US-Geschäft erwies sich als schwere Belastung und in Deutschland schlägt er sich mit Regulierungsbehörden und heftigem Wettbewerb im Festnetzgeschäft und Mobilfunk herum.

Der von ihm angestrebte Verkauf des US-Geschäfts an AT&T scheitert an einem Veto der US-Kartellbehörde. Als Alternative erarbeitet er die Fusion mit dem Konkurrenten MetroPCS, die allerdings auch noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Zeit nach der Telekom

Kurz vor Weihnachten 2012 kündigt Obermann seinen Rückzug als Vorstandsvorsitzender der Telekom an. Er sagt, das Unternehmen Ende 2013 verlassen zu wollen und das Amt an Timotheus Höttges zu übergeben. Im März 2013 wird seine künftige Aufgabe bekannt: Obermann leitet ab 2014 die Geschicke von Ziggo, einem niederländischen Kabelnetzbetreiber.

Ziggo

Seine Amtszeit bei Ziggo ist nur von kurzer Dauer: Nur wenige Wochen nachdem Obermann seinen Posten angetreten hat, wird der Verkauf des Kabelunternehmens an den US-Medienkonzern Liberty Global bekanntgegeben. Obermann kündigt an, seinen Chefposten nach dem Vollzug der Übernahme abgeben zu wollen.

2015: Warburg Pincus

René Obermann findet eine neue Aufgabe. Als geschäftsführender Direktor und Partner wechselt er ins Londoner Büro der Beteiligungsgesellschaft Warburg Pincus. Für das Private-Equity-Unternehmen soll Obermann in der Telekommunikationsbranche künftig Investments evaluieren und die Vertretung auf dem deutschen Markt übernehmen.

Der Telekom-Vorstand will mit dem Deal T-Mobile USA endlich eine kritische Größe verleihen und die Abwanderung von Nutzern stoppen - voriges Jahr kehrten zwei Millionen Vertragskunden T-Mobile USA den Rücken. Längerfristig soll die Fusion den Weg für einen Ausstieg ebnen. MetroPCS und T-Mobile USA kämen zusammen auf etwa 42 Millionen Handy-Kunden. Damit könnten beide besser mit den Marktschwergewichten Verizon Wireless , AT&T und Sprint Nextel mithalten. Eigentlich wollten sich die Bonner 2011 ganz aus den USA verabschieden. Der Verkauf von T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar an AT&T war schon beinahe in trockenen Tüchern - allerdings stoppten die US-Wettbewerbsbehörden die Transaktion in letzter Minute.

Von

rtr

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