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26.03.2013

19:25 Uhr

US-Mobilfunkbetreiber

T-Mobile greift mit dem iPhone neu an

Ab Mitte April ist das iPhone endlich auch bei T-Mobile USA erhältlich. Mit dem Kultgerät von Apple, einem unkonventionellen Tarifmodell und der Fusion mit MetroPCS im Rücken will die Telekom-Tochter neu angreifen.

Ein iPhone 5 im Apple Store an der New Yorker 5th Avenue. dpa

Ein iPhone 5 im Apple Store an der New Yorker 5th Avenue.

New York T-Mobile USA erfindet sich neu: Mit dem Kulthandy iPhone, einem schnelleren Netz und einem revolutionären Preismodell will die Telekom-Tochter verlorenes Terrain gegenüber ihren größeren Rivalen zurückgewinnen. „Wir schreiben die Regeln des Mobilfunks neu“, erklärte Firmenchef John Legere am Dienstag in New York.

Als letzter der vier landesweiten US-Mobilfunkbetreiber hat nun T-Mobile USA das iPhone im Angebot. Bislang war das Fehlen des Apple-Geräts ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsnachteil. Denn jeder zweite Kunde in den USA entscheidet sich für das iPhone als Smartphone.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

Auch deshalb kämpfte T-Mobile USA in der Vergangenheit mit einem Kundenschwund und machte dem Bonner Mutterkonzern Sorgen. Erschwerend hinzu kam ein lückenhaftes und teils langsames Netz. Auch hier kommt Abhilfe: T-Mobile nahm in zunächst sieben US-Ballungszentren sein schnelles LTE-Netz in Betrieb.

Bei der Neuerfindung setzt das Unternehmen aber vor allem auf ein unkonventionelles Preismodell: Verbilligte Handys sind Geschichte, dafür müssen die Kunden keine teuren Zwei-Jahres-Verträge mehr eingehen. Firmenchef Legere versicherte, dass die Nutzer am Ende weniger zahlten und einen besseren Durchblick hätten.

Experten sind gespannt, wie die US-Kunden auf die neuen Preise reagieren. Sie sind an subventionierte Handys gewöhnt, die oft nur wenige Dollar kosten. Um den Kulturschock abzumildern, bietet T-Mobile allerdings Ratenzahlungen an. So kostet das iPhone 5 einmalig 99 Dollar plus 24 Monatsraten je 20 Dollar, macht zusammen 579 Dollar. Die Vorgängermodelle 4 und 4S gibt es billiger.

Für T-Mobile hängt viel vom Erfolg seiner Neuaufstellung ab. Die Telekom-Tochter ist momentan dabei, mit dem kleineren Wettbewerber MetroPCS zu fusionieren, nachdem der Verkauf an den Telekomkoloss AT&T am Einspruch der Wettbewerbshüter gescheitert war. Die Partner haben in diesem Fall bereits alle erforderlichen Genehmigungen, jetzt müssen die MetroPCS-Aktionäre noch auf einer Hauptversammlung am 12. April ihr Okay geben.

Einige Großaktionäre haben sich aber ablehnend geäußert. Sie bemängeln unter anderem, dass die Deutsche Telekom 74 Prozent an dem Gesamtunternehmen halten wird. Die Telekom versucht es nun mit Charme: Nicht ohne Grund wird sie den Verkaufsstart des iPhone genau auf das Datum der Metro-PCS Hauptversammlung gelegt haben.

Von

dpa

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