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21.05.2012

19:37 Uhr

US-Serienflaute

RTL braucht neue Quotenbringer

VonHans-Peter Siebenhaar

Wenn die Produktion von US-Serien eingestellt wird, ist die Not im deutschen Fernsehen groß. RTL bezieht die Hälfte seines Materials aus Hollywood. Da greifen die Studios sogar auf Uralt-Stoffe als Programmfüller zurück.

Die US-Serie „Dr. House“ wird nicht weiter produziert. dapd

Die US-Serie „Dr. House“ wird nicht weiter produziert.

Los AngelesDie Quote von RTL schwächelt, da funken dem Marktführer im deutschen Fernsehen auch noch die Hollywood-Studios dazwischen. Drei der erfolgreichsten US-Serien im deutschen Fernsehen, hat die Bertelsmann-Tochter in den vergangenen Monaten verloren, weil die Serien in den USA nicht weiterproduziert werden. Nach der Krimi-Serie "Monk" und dem grummeligen Arzt "Dr. House", läuft an diesem Montag in den USA nach acht Jahren die letzte Folge des Mega-Erfolgs "CSI: Miami".

Jetzt braucht RTL dringend neue Quotenbringer aus den USA. "RTL und Vox haben einen hohen Bedarf an amerikanischen Serien. Durch die Einstellung von CSI: Miami wird dieser Bedarf noch wachsen", sagte RTL-Filmeinkaufschef Jörg Graf dem Handelsblatt. "Wir erwarten von den Studios wieder mehr klassische Serien zum Beispiel aus dem Genre Crime."

Die Abhängigkeit von Hollywood ist groß. Denn bei RTL kommen rund die Hälfte der Filme und Serien aus der kalifornischen Traumfabrik. "Wir haben eine starke Nachfrage von deutschen Sendern. Alle suchen fieberhaft nach Riesenerfolgen wie einst bei ,Desperate Housewives' oder ,Grey's Anatomy'", bestätigt eine Filmrechtehändlerin eines großen US-Filmstudios.

Im vergangenen Jahr gab es auf der Filmmesse in Los Angeles wenig Innovatives. Die deutschen Sender waren von den sehr amerikanischen Produkten durchwegs enttäuscht. "Die Studios sind wieder kommerzieller unterwegs und thematisch nicht so stark auf den US-Markt fokussiert wie im letzten Jahr", sagt RTL-Einkäufer Graf.

In vielen Gesprächen haben die deutschen Sender der Traumfabrik klargemacht, dass deren Filme und Serien sich ändern müssen. "Wir haben den Eindruck, dass die Studios uns als Kunden sehr ernst nehmen", so Graf. " Beide Seiten sind zu konstruktiver Kritik bereit, um Inhalte zu generieren, die auch in Europa erfolgreich sein können."

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