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02.10.2012

11:03 Uhr

US-Software-Firma

Größter Technologie-Börsengang seit Facebook

Es ist der größte Technologie-Börsengang seit dem Facebook-Desaster: Die US-Software-Firma Workday wagt sich trotz des erschütterten Vertrauens der Anleger an die Wallstreet und peilt eine Bewertung von 3,6 Milliarden Dollar an.

Ein Straßenschild weist in New York City auf die Wall Street hin. dapd

Ein Straßenschild weist in New York City auf die Wall Street hin.

New York/DüsseldorfDer amerikanische Software-Anbieter Workday wagt den größten Technologie-Börsengang seit dem Facebook-Debakel: Das unprofitable Unternehmen will an der Wall Street mehr als 500 Millionen Dollar einsammeln, wie aus Unterlagen der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Es peilt eine Bewertung von rund 3,6 Milliarden Dollar an. Die Banken Morgan Stanley und Goldman Sachs sind Konsortialführer.

Workday plant, 22,75 Millionen Aktien bei einer Preisspanne von 21 bis 24 Dollar pro Wertpapier zu verkaufen. Anleger gehen allerdings ein beträchtliches Risiko ein: Workday wächst rasant, schreibt aber rote Zahlen. Im ersten Halbjahr verdoppelte das Unternehmen den Umsatz auf 119,5 Millionen Dollar, bei einem Minus von 46,9 Millionen Dollar. In der näheren Zukunft seien keine Gewinne zu erwarten, warnte das Unternehmen in seinen SEC-Unterlagen. Der Erlös des Börsengangs soll helfen, das Geschäft weiter auszubauen und andere Firmen zu übernehmen. Workday investiert kräftig in Forschung und Entwicklung, allein im ersten Halbjahr 44,3 Millionen Dollar.

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Das Unternehmen bietet Software fürs Personalwesen in der Cloud an: Die Programme laufen auf den Servern der Firma, die Kunden rufen sie übers Internet auf. Auch Google nutze den Dienst, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Allerdings hat Workday aggressive Konkurrenten, unter anderem Oracle, das seine Software künftig auch in der Cloud anbieten will, sowie Salesforce.

Dave Duffield und Aneel Bhusri gründeten Workday 2005. Sie behalten dank einer Zwei-Klassen-Aktienstruktur auch nach dem Börsengang die Kontrolle: 67 Prozent der Stimmrechte liegen weiter bei ihnen. Damit ist Workday bis auf weiteres vor Angriffen geschützt. Das war gerade Duffield wichtig: Der Unternehmer verlor seine Firma Peoplesoft 2004 bei einer feindlichen Übernahme an Oracle. Auch Bhusri war dort tätig.

Facebook hatte im Mai einen Rekord-Börsengang hingelegt, der allerdings von zahlreichen Pannen begleitet war. Der Kurs des Sozialen Netzwerks dümpelt derzeit weit unter dem Ausgabepreis. Das hat das Vertrauen vieler Investoren in Technologie-Aktien erschüttert.

Kommentare (1)

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04.10.2012, 09:20 Uhr

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