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30.03.2017

20:09 Uhr

US-Softwarespezialist

Siemens übernimmt Mentor Graphics

Siemens baut seine Sparte Digitale Fabrik aus: Für 4,5 Milliarden US-Dollar kauft der Konzern den Softwarespezialisten Mentor Graphics. Es ist nicht die erste Übernahme von Siemens in diesem Bereich.

Vorstandschef Joe Kaeser sieht nun im Augenblick keine größeren Lücken mehr im Portfolio. dpa

Siemens

Vorstandschef Joe Kaeser sieht nun im Augenblick keine größeren Lücken mehr im Portfolio.

MünchenEine der größten Akquisitionen in der Geschichte von Siemens ist vollzogen: Der Technologiekonzern verkündete am Donnerstagabend das sogenannte Closing für die Übernahme des US-Softwarespezialisten Mentor Graphics. Alle erforderlichen Genehmigungen seien erteilt. Mit dem Verkauf stärkt Siemens die Vorzeigesparte Digitale Fabrik.

Den Zukauf lässt sich Siemens-Chef Joe Kaeser 4,5 Milliarden Dollar kosten. Die in Wilsonville im US-Bundesstaat Oregon ansässige Mentor Graphics stellt Software für die Konstruktion von Halbleitern her. Damit hat Siemens in den vergangenen zehn Jahren rund zehn Milliarden Dollar für US-Software-Firmen ausgegeben. Den Auftakt hatte der Kauf von UGS gebildet, das noch heute als eine der besten Akquisitionen in der Siemens-Geschichte gilt.

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Jan Mrosik, Chef der Division Digitale Fabrik, und sein Finanzvorstand Miguel-Angel López sprachen in einem Brief an die Mitarbeiter von einer deutlichen Stärkung des Portfolios. „Kunden können künftig mit unserer PLM-Software nicht mehr nur die Struktur und die Mechanik eines Produktes designen sowie sein Verhalten simulieren, sondern auch den stetig wachsenden Anteil elektronischer Systeme virtuell abbilden und optimieren.“ Die Kunden könnten so einen „digitalen Zwilling“ schaffen. Die Integration von Mentor mit seinen 6100 Beschäftigten erfordere „großen Aufwand und Geduld“. Das Integrationsteam habe aber bereits mit der Arbeit begonnen.

Siemens hat angekündigt, den Umsatz mit Software, digitalen Diensten und Cloud-Plattformen bis 2020 jährlich prozentual zweistellig steigern zu wollen. Im vergangenen Geschäftsjahr wuchs das Geschäft um zwölf Prozent auf 4,3 Milliarden Milliarden Euro.

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Die Vertragsverlängerung für Siemens-Chef Joe Kaeser ist derzeit unumstritten. Bei seinem Kurs, den Industriekonzern in Richtung Holding umzubauen, erhält er aber Gegenwind von den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat.

Siemens-Chef Kaeser sieht nun im Augenblick keine größeren Lücken mehr im Portfolio. „Wir haben den größten weißen Fleck ... mit dem Kauf von Mentor Graphics geschlossen“, sagte er vor wenigen Tagen der Zeitschrift „Finanz und Wirtschaft“. Mit Industrie 4.0 werde die elektrische Simulation immer wichtiger.

Von

ax

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