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23.05.2013

16:56 Uhr

US-Spielefirma

Atari wird nach Pleite in Einzelteilen verhökert

Ursprünglich sollte es einen Käufer geben, der für die Software-Kultmarke mindestens 15 Millionen Dollar zahlt. Da der ausgeblieben ist, schlachtet der Insolvenzverwalter die Firma nach bestem Wissen aus.

Atari-Präsentation auf der Games Convention in Leipzig im Jahr 2007: Die Kultmarke soll in Einzelteilen verkauft werden. dpa

Atari-Präsentation auf der Games Convention in Leipzig im Jahr 2007: Die Kultmarke soll in Einzelteilen verkauft werden.

New YorkDie legendäre US-Computerspielefirma Atari wird nach ihrer Insolvenz wohl zerschlagen. Grund ist, dass keine befriedigenden Kaufangebote für das gesamte Unternehmen eingegangen sind. Nun sollen die Einzelteile verkauft werden. Die Verwalter der Atari Inc. hoffen auf Einnahmen von mindestens 22,15 Millionen Dollar (17,2 Millionen Euro), wie aus Gerichtsdokumenten in New York vom Mittwoch (Ortszeit) hervorgeht. Das Geld steht den Gläubigern zu.

Das meiste Geld verlangen die Insolvenzverwalter dabei für die Marke selbst, die sie in einem Paket mit Spieleklassikern für ein Mindestgebot von 15 Millionen Dollar zum Verkauf stellen. Für die Spielereihe „RollerCoaster Tycoon“ sollen Käufer mindestens 3,5 Millionen Dollar hinblättern und für „Test Drive“ 1,5 Millionen Dollar. Geplant ist, dass die Versteigerung Mitte Juli über die Bühne geht. Ein Richter hat allerdings das letzte Wort.

Online-Spielemarkt in Deutschland

Online-Spieler in Deutschland

Von den 16,5 Millionen Deutschen, die im Internet Spiele nutzen, spielen 12 Millionen browserbasierte Spiele oder Spiele in sozialen Netzwerken.

Einnahmen mit Online-Games

In Deutschland setzten Spieleanbieter im Jahr 2011 insgesamt 183 Millionen Euro mit Gebühren für Online- und Browser-Games um.

Virtuelle Güter

Auch mit virtuellen Gegenständen lässt sich in Deutschland viel Geld verdienen. Im ersten Halbjahr 2012 kauften 4,6 Millionen Deutsche in Online-Spielen ein. Das waren fast ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum.

Weiteres Wachstum in Sicht

Nach Angaben des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware wird das Wachstum bei Online-Spielen auch in Zukunft anhalten – vor allem beim Verkauf elektronischer Güter sei mit deutlichen Zuwachsraten zu rechten.

Vom BIU stammen auch die oben aufgeführten Daten.

Atari, gegründet 1972, fing mit Spieleautomaten an und war später ein Pionier bei Spielekonsolen und Heimcomputern. Titel wie „Pong“ oder „Asteroids“ prägten eine ganze Generation. Seit den 1980er Jahren gab es aber eine Serie von Aufspaltungen und Besitzerwechseln, häufig begleitet von finanziellen Problemen. Am 20. Januar stellte der US-Zweig Atari Inc. einen Insolvenzantrag, am 21. Januar folgte die mittlerweile in Frankreich angesiedelte Mutterfirma Atari SA.

Von

dpa

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