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11.01.2010

19:42 Uhr

US-Wirtschaft

Die neuen Superstars

VonAstrid Dörner

Vorbei sind die Zeiten, in denen der Finanzsektor und die Energieindustrie Amerikas Gewinnmaschine schmierten. Zu den neuen Superstars in der Konzernlandschaft zählen nach der Krise Konzerne wie Apple, Google, Pfizer und Wal-Mart. Die größten Gewinnbringer: Smartphones und Medikamente, Brot und Butter.

Minicomputer wie das elektronische Buch Kindle von Amazon erfreuen sich großer Beliebtheit. IT-Firmen verdienen prächtig. Quelle: Reuters

Minicomputer wie das elektronische Buch Kindle von Amazon erfreuen sich großer Beliebtheit. IT-Firmen verdienen prächtig.

NEW YORK. Die Branchen Informationstechnologie, Gesundheit und Konsumgüter des täglichen Gebrauchs haben im vierten Quartal 2009 die höchsten Gewinne eingefahren: insgesamt rund 80 Mrd. Dollar, wie aus den Prognosedaten von Thomson Reuters hervorgeht. Die sieben verbleibenden Branchen, die im weltweit wichtigsten Börsenindex S&P 500 erfasst sind, sollen zusammen nur 65 Mrd. Dollar Gewinn verbuchen. Da die Energiebranche aufgrund der rezessionsbedingt gesunkenen Nachfrage und dem Preisrutsch an den internationalen Rohölmärkten Gewinneinbrüche hinnehmen muss, zeigt sich nun ein Wachwechsel in „Corporate America“.

An Elektronik wird nicht gespart

Während die meisten US-Branchen die Nachwehen der Krise deutlich spüren, operiert der Technologiesektor, als hätte es nie eine Rezession gegeben: iPhones, Netbooks und elektronische Lesegeräte sind gefragt wie nie. Viele US-Verbraucher haben zwar angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und Vermögensverlusten im Volumen von elf Billionen Dollar ihren Lebensstil eingeschränkt. Doch an elektronischen Geräten sparen sie kaum. Entsprechend selbstbewusst und zukunftssicher präsentierten sich IT-Unternehmen vergangene Woche auf der wichtigsten Elektronikmesse der Welt in Las Vegas. Die Apple-Aktie kletterte angesichts neuer Spekulationen um einen Tablet-Computer auf ein Rekordhoch von 214 Dollar.

Erste Anzeichen, dass Unternehmen nun wieder in Technologie investieren, hellen auch die Stimmung für andere IT-Größen wie IBM, Intel, Hewlett-Packard oder Cisco auf. Bereits seit Monaten rüstet sich die Industrie mit großen Übernahmen für den nächsten Aufschwung. Im vierten Quartal werden die IT-Konzerne rund 33 Mrd. Dollar abliefern, zeigen die Berechnungen von Thomson Reuters. Das ist mehr als jede andere Branche im S&P 500 und ein Drittel mehr als im Vorjahresquartal 2008.

Pharma hat gute Zukunft

Mit Fusionen und Übernahmen bereiten sich Pharmakonzerne auf die kommenden Monate vor. Die Medikamentenhersteller stehen vor zwei großen Herausforderungen: In den kommenden Jahren laufen bei Pfizer, Merck und anderen eine Reihe von Patenten für milliardenschwere Umsatzbringer aus. Danach droht Konkurrenz durch billigere Nachahmermedikamente, sogenannte Generika. Weltweit werden den Pharmaunternehmen im Zeitraum von 2009 bis 2013 deshalb 137 Mrd. Dollar verloren gehen, zeigt eine Schätzung des Analysehauses IMS Health. Das entspricht 18 Prozent der weltweiten Umsätze von 2008.

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