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13.12.2016

18:22 Uhr

Valley Voice

Jetzt mal ehrlich!

VonBritta Weddeling

Donald Trump lädt die Führungsriege des Silicon Valley zum Gespräch. Die Manager von Google, Facebook oder Apple winden sich und schweigen – dabei stehen sich beide Seiten näher als vielleicht gedacht.

Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

Die Stimme aus dem Valley

Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

San FranciscoDieser Tage ist ein Schauspiel zu verfolgen, wie es das Publikum nicht alle Tage geboten bekommt. Für Mittwoch hat Donald Trump, gewählter Präsident der USA, die Chefs der Technologiegiganten aus dem Silicon Valley und darüber hinaus in seinen Tower nach Manhattan geladen, um mit ihnen über die Zukunft zu sprechen. Die Gästeliste liest sich wie das Who-is-Who der Branche – von Apple-Chef Tim Cook über Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin von Facebook, Satya Nadella von Microsoft, bis hin zu Amazon-Gründer Jeff Bezos, Larry Page, CEO der Google-Mutter Alphabet, und Elon Musk von Tesla.

Und die stolzen Tech-Bosse winden sich, schweigen, kommentieren nicht. Hatten sie im Wahlkampf doch mit wenigen Ausnahmen für Rivalin Hillary Clinton Position bezogen und gegen den Republikaner Trump, der Amazon mit einem Kartellverfahren gedroht hatte und Apple dazu zwingen will, seine Produkte vornehmlich in den USA zu fertigen statt in China. 

Apple, Google und Co.: Trump lädt Silicon-Valley-Chefs ein

Apple, Google und Co.

Trump lädt Silicon-Valley-Chefs ein

Tech-Gipfel in New York: Der designierte US-Präsident lädt die führenden Technologie-Chefs ein. Die Gespräche dürften schlichtend verlaufen. Im Wahlkampf hatte Trump kaum Unterstützung aus dem Silicon Valley erhalten.

Dabei gäbe es durchaus einiges zu besprechen, was die Branche unmittelbar betrifft. Die Abschaffung der Netzneutralität zum Beispiel, die die Trump-Regierung vorantreiben will, die kruden Ideen zur Zuwanderungspolitik oder die Haltung zum Thema Verschlüsselung. Doch bislang ducken sich die Wirtschaftsgrößen weg. Auf den Beginn einer harten Debatte deutet das nicht gerade. Denn die Tech-Elite steht unter Schock, erkennt sie doch, dass sie sich das Problem zumindest teilweise selbst eingebrockt hat. Die Branche schwadroniert gern von der Weltverbesserung, bietet aber Menschen jenseits der eigenen Programmierstuben wenig Lösungen an. 

Die Reden der Digital-Utopisten, dass wir unser Gehirn bald in einem Computer hochladen können und damit unsterblich werden, sind überaus faszinierend. Sie erklären aber gleichzeitig, dass alles Menschliche irgendwie fehlerhaft sei und zum Wohle aller bald von Maschinen ersetzt werden müsse. Ist das eine gute Vision?

Zudem stehen sich die Valley-Ikonen und Donald Trump näher, als es sich das Valley gern eingesteht. Peter Thiel warb öffentlich für den Republikaner, Amazon-Gründer Jeff Bezos und Satya Nadella gratulierten Trump nach der Wahl vollmundig. IBM-Chefin Ginni Rometty gehört inzwischen zum wirtschaftlichen Beratergremium der Trump-Regierung und die Chefs von Oracle und Cisco signalisierten ebenfalls Kooperationsbereitschaft.

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