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01.12.2015

16:33 Uhr

Valley Voice

Wie Marissa Mayer Yahoo verlor

VonBritta Weddeling

Frauen sind nicht hart genug für die Tech-Branche? Von wegen. Hier sind ein paar wichtige Lehren aus dem Abstieg einer Ikone: Yahoo-Chefin Marissa Mayer, die geliebt, gehasst und vergöttert wurde.

Die Chefin von Yahoo steht in der Kritik. Reuters

Marissa Mayer

Die Chefin von Yahoo steht in der Kritik.

Seit ich im Silicon Valley wohne, fragen mich die Leute, warum so wenige Frauen in der Tech-Branche arbeiten. Ob es damit zu tun hat, dass Frauen grundsätzlich zu weich fürs Business sind. Ob sie ein wenig Hilfe gegen die bösen Männer benötigen und wir nicht wir nicht statt einer Quote in den Firmen mehr weibliche Machiavellis bräuchten.

Ja, es ist ein Desaster. Frauen sind im Valley immer noch in der Minderheit. Aber ich denke nicht, dass das mit der fehlenden Härte zu tun hat. Eine meiner Mentorinnen managte ihren Ehemann, ihre Kinder und brachte eine Tech-Firma an die Börse – alles gleichzeitig. Wir haben allerdings nie besprochen, was schwieriger war, der Ehemann oder der Börsengang. Vielleicht ein Thema für die nächste Kolumne.

Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

Die Stimme aus dem Valley

Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

Marissa Mayer ist da das beste Beispiel. Ihr Kampf mit Yahoo und die Gerüchte, dass sie möglicherweise bald gefeuert wird, resultieren doch gerade daraus, dass sie viel zu taktisch agierte, inklusive rauem Umgangston gegenüber den Angestellten. Ehemalige Mitarbeiter berichten von ihrer Ungeduld, der Unfreundlichkeit und ihrer Vorliebe für Micromanagement. Statt andere zu promoten, promotete Marissa vor allem Marissa.

Kein Wunder, dass Yahoo schnell die Talente verloren gingen, darunter Entwicklungschefin Jackie Reses. In Silicon Valley wartet der nächste Job bei der Konkurrenz nur ein paar hundert Meter um die Ecke. Einige der gefeuerten Manager nahmen zudem noch eine saftige Abfindung mit. Dem Ex-Google-Manager Henrique de Castro versüßte Mayer den Abgang mit mehr als 100 Millionen Dollar Abfindung.

Klar, seit ihrem Antritt im Juli 2012 beäugte die Szene Google-Star Mayer kritisch. Schließlich hatte Yahoo zuvor in fünf Jahren fünf Chefs verschlissen. Aber fairerweise muss gesagt werden, dass die Idee, den schwankenden Internetgiganten wieder auf Kurs zu bringen, von Beginn an ein ziemlich aussichtsloses Unternehmen war. Die Firma hatte mehr und mehr des Kerngeschäfts an Facebook und Google verloren und es zudem versäumt, neue Werbe-Produkte zu bauen sowie das mobile Zeitalter ganz generell.

Kommentare (1)

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Herr Franz Paul

01.12.2015, 17:26 Uhr

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