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04.04.2006

09:55 Uhr

Veränderungen in Telekombranche

Siemens kommt unter Zugzwang

VonJoachim Hofer

Nach der Fusion von Alcatel und Lucent rechnen Experten mit weiteren Umwälzungen in der Telekombranche. Auch für die Kommunikationssparte „Com“ von Siemens wird die Luft langsam dünner.

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MÜNCHEN. Für die Kommunikationssparte „Com“ von Siemens wird die Luft langsam dünner. Analysten gehen davon aus, dass Alcatel und Lucent durch die Fusion ihre Kosten deutlich senken können und von Größenvorteilen profitieren werden. „Das wird vor allem den Druck auf Siemens Com und Nortel erhöhen“, urteilen die Experten von Sal. Oppenheim.

Alcatel und Lucent haben am Wochenende angekündigt, dass sie sich in den nächsten sechs bis zwölf Monaten zusammenschließen wollen. Damit entsteht der nach Cisco zweitgrößte Telekomausrüster der Welt. Wird die Fusion wie geplant die Kartellbehörden passieren, überholt das neue Unternehmen auch Com. Die Münchener lagen im vergangenen Jahr hinter Cisco und Ericsson auf Rang drei der größten Anbieter von Telekomzubehör weltweit.

Analysten sind überzeugt, dass Siemens durch die Fusion in Zugzwang gerät. Denn Lucent und Alcatel können nach Ansicht der Helaba-Experten „stattliche Synergiepotenziale durch Einsparungen im Forschungsbereich und durch Skaleneffekte bei der Produktion heben“. Damit wäre der neue Konzern wettbewerbsfähiger als die beiden Vorgänger-Firmen. Die Hypo-Vereinsbank geht zudem davon aus, dass das neue Unternehmen mit seinen Kunden bessere Preise aushandeln kann.

Siemens selbst gab sich gestern dennoch gelassen. „Wir nehmen die Fusion zur Kenntnis, sehen aber keinen Handlungsbedarf“, sagte ein Sprecher. Er ergänzte: „Dass sich im Markt etwas tut, ist allen Beteiligten klar.“ Seit Jahren ist die Kommunikationssparte, mit einem Jahresumsatz von 13,1 Mrd. Euro der größte Bereich von Siemens, ein Sorgenkind des Traditionsunternehmens.

Vor allem im Festnetz und im Geschäft mit Firmenkunden tut sich Siemens schwer. Von der Handyproduktion, dem mit Abstand größten Verlustbringer, hat sich Com bereits vergangenen Sommer getrennt. Das lukrative Geschäft mit Mobilfunknetzen betreibt Siemens weiter.

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