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19.04.2013

16:53 Uhr

Verbraucherschutz

Abmahnung für Google

Die Verbraucherzentrale hat Google eine Abmahnung geschickt: Sie wirft dem Internet-Konzern vor, bei Fragen zu seinen Diensten in Deutschland gegen die gesetzliche Pflicht einer schnellen Kontaktaufnahme zu verstoßen.

Ärger für Google: Die Verbraucherzentrale hat eine Abmahnung verschickt. ap

Ärger für Google: Die Verbraucherzentrale hat eine Abmahnung verschickt.

BerlinVerbraucherschützer werfen Google vor, bei Fragen zu seinen Diensten in Deutschland gegen die gesetzliche Pflicht einer schnellen elektronischen Kontaktaufnahme zu verstoßen. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schickte Google deswegen nach eigenen Angaben eine Abmahnung. Dieses Schreiben sei bisher noch nicht eingegangen, sagte ein Google-Sprecher am Freitag in Hamburg.

Wenn Nutzer über die bei Google angegebene E-Mail-Adresse eine Frage stellen, erhalten sie zunächst eine automatisch erzeugte Antwort mit dem Hinweis auf Formulare für Fragen zu einzelnen Diensten des Internet-Anbieters. Die Verbraucherschützer sehen darin einen Verstoß gegen die Bestimmungen des Telemediengesetzes (TMG) zu der meist als Impressumspflicht bezeichneten Anbieterkennzeichnung. Die vzbv spricht von einem „toten Briefkasten“.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Bei Google heißt es, dass google.de die gesetzlichen Vorgaben erfülle. Neben dem E-Mail-Kontakt gebe es weitere Kontaktmöglichkeiten wie Telefon- und Faxnummer. Die automatische Mailnachricht verweise auf Hilfeformulare zu unterschiedlichen Diensten. Auf diese Weise würden Anliegen wegen der Vielzahl von Fragen „in geordnete Bahnen gelenkt und unmittelbar von den jeweils zuständigen Mitarbeitern bearbeitet“.

Von

dpa

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