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14.03.2013

17:28 Uhr

Verdacht der Untreue

MDR kündigt KiKA-Programmchef

KiKA-Betrugsskandal und kein Ende: Der MDR setzt nun den bereits beurlaubten Programmchef des Kinderkanals endgültig vor die Tür. Der Korruptionssumpf blühte jedoch bereits längst vor dessen Amtszeit.

Der MDR hat Kika-Programmchef Steffen Kottkamp endgültig gekündigt. dpa

Der MDR hat Kika-Programmchef Steffen Kottkamp endgültig gekündigt.

ErfurtDer wegen der Korruptionsaffäre beim öffentlich-rechtlichen Kinderkanal beurlaubte KiKA-Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp (44) hat seine fristlose Kündigung erhalten. Das teilte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) als federführende Anstalt für den Erfurter Sender am Mittwoch in Leipzig mit. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Kottkamp und weitere Beschuldigte wegen des Verdachts der Untreue und der Beihilfe zur Untreue.

Der MDR habe sich nach Einsicht in die Akten der Staatsanwaltschaft und darauf fußenden eigenen Untersuchungen zur sofortigen Entlassung von Kottkamp entschieden. Es gehe dabei um monatliche Bargeld-Flüsse in den Jahren 2009 und 2010 zwischen dem inzwischen verurteilten früheren Herstellungsleiter und einem Mitarbeiter. Das Geld soll aus überhöhten Rechnungen stammen, die eine externe Firma an den KiKA gestellt hatte.

Kottkamp erklärte, von diesen Zahlungen nichts gewusst zu haben. Auch habe er sie nicht angeordnet, sagte Kottkamp der Nachrichtenagentur dpa. „Tatsache ist, dass sämtliche Kontrollinstanzen beim MDR komplett versagt haben.“ Den Korruptionssumpf habe es bereits sehr lange vor seiner Amtszeit gegeben. Kottkamp war im November 2008 zum Programmgeschäftsführer berufen worden. Sein Vorgänger, der jetzige NDR-Fernsehdirektor Frank Beckmann, ist inzwischen ebenfalls im Visier der Ermittler.

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In einem der dpa vorliegenden Brief an die Intendanten von MDR und ZDF schreibt Kottkamp: „Mir - der ich in diese Situation von außen hinzugekommen bin - vorzuwerfen, ich habe auf der Klaviatur der Korruption und Unterschlagung mitgespielt, ist grotesk. (...) Ich lasse mich nicht als Bauernopfer instrumentalisieren.“

Der einstige Herstellungsleiter des ARD/ZDF-Kinderkanals hatte in seiner Spielsucht jahrelang Millionen an Gebührengeldern verzockt. Über Scheinrechnungen soll er seit 2002 mindestens 8,2 Millionen Euro beim KiKA abgezweigt haben. Für den bislang größten Betrugsskandal im öffentlich-rechtlichen Rundfunk war der einstige KiKA-Manager zuletzt im August 2012 zu insgesamt sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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am003

14.03.2013, 17:42 Uhr

kein Problem ... wegen den 8,2 Mio.
Die GEZ Gebühren bemessen sich in Milliarden und sie versiegen nie !

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