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24.01.2005

18:45 Uhr

Verdi fordert Verzicht auf Entlassungen

T-Mobile forciert Sparkurs

Der größte deutsche Mobilfunkbetreiber T-Mobile will offenbar weit mehr Kosten einsparen, als bislang erwartet. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat einen formellen Verzicht auf Entlassungen im Zuge des bereits angekündigten Abbaus von bis zu 2200 Stellen in Europa gefordert.

HB DÜSSELDORF. Wie die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Montag aus informierten Kreisen erfuhr, strebt das Tochter-Unternehmen der Deutschen Telekom intern jährliche Einsparungen von 1,4 Mrd. Euro an und damit 400 Millionen Euro mehr an als offiziell mitgeteilt.

Das Unternehmen hatte vergangene Woche Einzelheiten eines Wachstums- und Effizienzprogramms vorgestellt. Die alle fünf europäischen Landesgesellschaften betreffende Initiative "Save for Growth" soll ab 2007 durch eine Reihe von Maßnahmen zu Einsparungen von einer Milliarde Euro pro Jahr führen. Die Hälfte der Summe will T-Mobile in Wachstumsbereiche investieren. Ausgenommen von dem Programm sind die Aktivitäten in den USA um die vormalige Voicestream.

In den Kreisen hieß es nun, intern habe das Management das Einsparvolumen um 400 Millionen Euro höher veranschlagt, um auf der sicheren Seite zu sein. Die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat von T-Mobile hat nach Angaben von Verdi wegen des geplanten Stellenabbau des Personalbudget des Bonner Unternehmens abgelehnt. Gewerkschaft und Betriebsrat verurteilten die vorgesehene Verringerung der Belegschaft so Verdi. T-Mobile plant europaweit die Streichung von bis zu 2200 Jobs, davon maximal 1200 hier zu Lande.

Hinzu kommen gut weitere 1100 Stellen, die durch Auslagerungen innerhalb und außerhalb des Telekom-Konzerns wegfallen, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. In Deutschland betreffe das insgesamt rund 470 Arbeitsplätze. Verdi hatte zunächst von 1600 Stellen in Europa gesprochen, die outgesourct werden sollten, sich dann aber korrigiert und die vom Unternehmen genannte Größenordnung angegeben.

Die Dienstleistungsgewerkschaft hat unterdessen vom Vorstand des größten deutschen Mobilfunkbetreibers T-Mobile einen formellen Verzicht auf Entlassungen im Zuge des angekündigten Abbaus von bis zu 2200 Stellen in Europa gefordert. „Betriebsbedingte Kündigungen müssen in diesem Vertrag ausgeschlossen werden“, sagte Verdi-Mobilfunkexperte Ado Wilhelm am Montag bei einer Protestaktion in der T-Mobile-Zentrale in Bonn. „Außerdem gilt es, alle T-Mobile-Standorte in Deutschland tarifvertraglich zu sichern.“

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