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10.01.2007

13:43 Uhr

Verhandlungen mit Sentex abgebrochen

BenQ-Interessenten sind „unseriös“

BenQ Mobile nimmt nicht jeden Investor. Die Verhandlungen mit der US-Firma Sentex sind schon abgebrochen worden. Der zweite Investor hat noch Hoffnungen, aber auch gegen diese Investorengruppe hat der Gläubigerausschuss schwere Bedenken.

HB MÜNCHEN. Der Kreis der Interessenten für den insolventen Handyherstellers BenQ ist einem Bericht zufolge geschrumpft. Die „Financial Times Deutschland“ berichtete, der Gläubigerausschuss habe die Verhandlungen mit der US-Firma Sentex abgebrochen. Es solle aber noch mit einer deutsch-amerikanischen Investorengruppe um den Ex-Daimler-Benz-Manager Hansjörg Beha weiterverhandelt werden.

Aus Verhandlungskreisen verlautete am Mittwoch, eine Entscheidung über eine Fortführung oder Zerschlagung des Unternehmens hänge nach wie vor von Finanzierungsfragen ab. Die Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager wollte zu dem Bericht nicht Stellung nehmen.

Der Gläubigerausschuss hatte die Pläne beider Interessenten nach einem Treffen am Mittwoch abgelehnt. Die „FTD“ zitierte Verhandlungskreise, wonach die Angebote beider Interessenten teilweise „hochgradig unseriös“ gewesen seien. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete, zu den Investoren um Beha gehöre auch der frühere Vorstandschef des amerikanischen Computerherstellers Apple, Gilbert Amelio. Die Gruppe will mit der Produktion von Luxushandys etwa 800 der ehemals 3 000 BenQ-Beschäftigten Arbeit geben, stellt aber hohe Bedingungen. Darunter Kreditbürgschaften von Bayern und Nordrhein-Westfalen und die kostenlose Beschäftigung der Mitarbeiter für ein halbes Jahr.

Der Vertreter der Gruppe, Beha, will nach einem Bericht der „FTD“ bis zum 16. Januar eine Lösung. Der Vertreter der IG Metall im Gläubigerausschuss, Oliver Burkhard, sagte am Mittwoch nach einem Treffen mit beiden Interessenten: „Wir setzen darauf, dass bis Mitte des Monats eine Entscheidung getroffen werden kann.“

Insolvenzverwalter Martin Prager hatte nach dem Treffen kritisiert, beide Investoren hätten weder ein glaubwürdiges Fortführungskonzept noch ein angemessenes Kaufpreisangebot sowie konkrete Nachweise für eine sichergestellte Finanzierung.

Laut „FTD“ soll Sentex etwa 24 Mitarbeiter beschäftigen und mit etwa 5 200  Dollar im Februar 2006 seinen letzten Umsatz erzielt haben.

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