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21.03.2011

15:41 Uhr

Verkauf der US-Tochter

Kartellhüter könnten Telekom-Deal vermasseln

Die Deutsche Telekom ist auf dem besten Weg, eine Lösung für ihr Sorgenkind, die US-Mobilfunktochter, zu finden. Doch der Verkauf an AT&T könnte noch an den Wettbewerbshütern in den Vereinigten Staaten scheitern.

Die Unternehmenszentrale der Deutschen Telekom in Bonn bei Nacht

Die Unternehmenszentrale der Deutschen Telekom in Bonn bei Nacht

New York/Bonn

Die Übernahme des US-Mobilfunkgeschäfts der Deutschen Telekom durch den Branchenriesen AT&T ist nach Experteneinschätzung noch nicht in trockenen Tüchern: Analysten erwarten, dass die Wettbewerbshüter in den Vereinigten Staaten den Zusammenschluss genau unter die Lupe nehmen werden. Die meisten Wortmeldungen bei einer kurzfristig anberaumten Konferenz in New York drehten sich um die Frage, ob AT&T das Geschäft glatt durchbekommt.

"Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden erhalten", entgegnete AT&T-Chefjustiziar Wayne Watts am Montag. Er musste allerdings einräumen, dass es bisher noch keinerlei Signale aus Washington gebe. Neben dem Justizministerium wird auch der Netzregulierer FCC zu bewerten haben, ob die Megaübernahme den Wettbewerb behindert. AT&T und T-Mobile kombiniert werden rund 40 Prozent des US-Mobilfunkmarkts beherrschen.

"Es wird auch nach dem Geschäft einen großen Wettbewerb geben", versicherte Watts. Schließlich gebe es neben den drei verbleibenden großen Mobilfunkanbietern AT&T, Verizon und Sprint auch noch viele lokale Betreiber. "Der US-Mobilfunkmarkt ist einer der wettbewerbsintensivsten der Welt." Daran werde die Übernahme nichts ändern. T-Mobile ist bis dato die Nummer vier mit etwa zwölf Prozent Marktanteil.

Die Analysten erwarten, dass AT&T einige Auflagen schlucken muss, um die Übernahme genehmigt zu bekommen. So war es bereits, als Verizon den fünftgrößten Anbieter Alltel aufgekauft hatte und damit zum unumstrittenen Branchenprimus in den USA aufgestiegen war.

Verizon musste auf Drängen der Wettbewerbshüter rund 1,6 Millionen Kunden an AT&T abgeben. Die Kartellprüfung dauerte mehr als ein Jahr - und auch AT&T rechnet damit, den Kauf erst in zwölf Monaten abzuschließen.

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