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11.01.2005

10:15 Uhr

Verkauf des Glasfaser-Geschäfts geplatzt

Herber Rückschlag für Infineon

Der Verkauf des Glasfaser-Geschäfts von Infineon an Finisar ist überraschend geplatzt. Der Vertrag werde gekündigt, teilte Infineon mit, Absprachen seien von der US-Firma nicht eingehalten worden. Eigentlich sollte der Deal rund 200 Millionen Dollar in die Kassen des Halbleiter-Konzerns spülen.

Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Damit muss der Münchener Chipkonzern einen Rückschlag bei der Sanierung seiner seit langem defizitären Sparte Festnetzkommunikation hinnehmen. Die Infineon-Papiere führten am späten Vormittag die Verliererliste im Deutschen Aktienindex Dax an.

Verzögerungen und die hohe Unsicherheit eines erfolgreichen Abschlusses der Transaktion führten voraussichtlich zu einer Verschlechterung der Geschäftslage der Glasfaseraktivitäten sowie einem möglichen Schaden für die Kunden, teilte der viertgrößte Halbleiterhersteller der Welt am Dienstag in München mit. „Der Infineon-Vorstand hat daher heute beschlossen, den Vertrag mit Finisar zu kündigen und wird alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen, die erlittenen Schäden in einem Schiedsverfahren in Deutschland geltend zu machen.“

Die Höhe des Schadens wollte ein Konzernsprecher auf Anfrage nicht beziffern. „Erste Priorität ist nun eine Restrukturierung des Geschäfts“, sagte er. Dabei werde es zu signifikanten Einschnitten auch beim Personal kommen. Der Infineon-Teilbereich beschäftigt nach Unternehmensangaben rund 1200 Mitarbeiter, davon 350 in Deutschland. Den größten Teil ihrer Beschäftigten hat die Sparte in der Tschechischen Republik. Die Infineon-Papiere - ohnehin belastet von Äußerungen der Rivalen STMicroelectronics und AMD - verloren in einem schwächeren Gesamtmarkt 2,5 % auf 7,76 €.

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