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20.04.2011

09:03 Uhr

Verkauf in Benelux

Pro Sieben Sat 1 erzielt „wahnsinnig guten Preis“

Das Fernsehunternehmen Pro Sieben Sat 1 trennt sich von Geschäftsaktivitäten in den Niederlanden und Belgien. Durch den milliardenschweren Verkauf verringert die Gruppe ihre Schulden.

Pro-Sieben-Sat-1-Hauptverwaltung: Die Sendergruppe verkauft Aktivitäten in den Beneluxstaaten. Quelle: dpa

Pro-Sieben-Sat-1-Hauptverwaltung: Die Sendergruppe verkauft Aktivitäten in den Beneluxstaaten.

Düsseldorf

Pro Sieben Sat 1 verkauft seine Benelux-Töchter für weit über eine Milliarde Euro nach Finnland. Europas zweitgrößter Fernsehkonzern verliert damit zwar seinen nach Deutschland wichtigsten Umsatzbringer, kann mit den Verkaufserlösen aber den horrenden Schuldenberg verkleinern.

Den Zuschlag habe der Medienkonzern Sanoma erhalten, der zusammen mit Partnern in den beiden Ländern 1,23 Milliarden Euro zahle, teilte ProSieben am Mittwoch mit. Die Fernsehsender in den Niederlanden sowie die auflagenstarke TV-Zeitschrift "Veronica" gingen an ein Konsortium aus Sanoma und der Firma Talpa des "Big Brother"-Erfinders und Milliardärs John de Mol. Die beiden belgischen Sender erwerben die Finnen zusammen mit zwei dortigen Unternehmen. Der Preis ist hoch: Als Pro Sieben die Sparten vor fünf Monaten zum Verkauf stellte, rechneten Analysten höchstens mit 900 Millionen Euro. Das sah auch Pro-Sieben-Konkurrent RTL Group so und war bereits am Dienstag ausgestiegen.

Pro-Sieben-Chef Thomas Ebeling macht aus seiner Freude über den hohen Preis keinen Hehl: "Wir haben für die Geschäftsbereiche in Belgien und den Niederlanden eine Bewertung realisiert, die das Multiple des Gesamt-Konzerns deutlich übertrifft." Mit dem Verkaufserlös sollten nun vor allem die Schulden gesenkt werden - Ende 2010 beliefen sie sich auf drei Milliarden Euro.

Nicht verkauft hat Pro-Sieben hingegen das Skandinavien-Geschäft, für das Ebeling zwei Gebote auf dem Tisch hatte. "Das hängt mit dem wahnsinnig guten Preis zusammen, den man für Benelux erlöst hat", sagten eine mit den Verkaufsverhandlungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Zudem wollen die Eigner KKR und Permira den Medienkonzern nicht zu klein werden lassen. Die Finanzinvestoren wollen ihre Mehrheit an Pro-Sieben nach Reuters-Informationen versilbern und planen, ihre Anteile noch 2011 an der Börse zu platzieren. Damit könnte Pro Sieben als erster Medienkonzern in die oberste deutsche Börsenliga Dax aufsteigen. Dafür brauchen die Münchener allerdings eine kritische Größe.

Der Verkauf des Niederlande-Geschäfts muss noch vom Kartellamt genehmigt werden.

Von

rtr

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