Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.08.2012

03:15 Uhr

Verkaufsverbot

Apple will Samsung-Handys vom Markt wischen

Nach dem Sieg im Patentstreit geht Apple weiter gegen Samsung vor. Das US-Unternehmen beantragt ein Verkaufsverbot für acht Handy-Modelle der Koreaner. Der Streit zieht eine Diskussion über Patent-Verfahren nach sich.

Apple macht Ernst

Verkaufsverbot für Samsung-Geräte?

Apple macht Ernst: Verkaufsverbot für Samsung-Geräte?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

San Francisco/San JoseApple hat nach dem Sieg im kalifornischen Patentprozess gegen Samsung ein Verkaufsverbot für acht Smartphone-Modelle des südkoreanischen Rivalen beantragt. Darunter sind sechs Geräte der Smartphone-Reihe Galaxy S sowie die Geräte Droid Charge und Galaxy Prevail, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Das Modell Galaxy S2 ist für Samsung sehr wichtig als günstigeres Top-Gerät. Richterin Lucy Koh setzte eine Anhörung zu dem Fall für den 20. September an.

Die Geschworenen in dem US-Prozess hatten die Verletzung von Apple-Patenten durch mehr als 20 Samsung-Smartphones festgestellt. Viele davon spielen am Markt aber kaum noch eine Rolle, da die Klage von Frühjahr 2011 stammt.

Kunden testen die Samsung-Modelle Galaxy Nexus und Galaxy S2 in Seoul. Reuters

Kunden testen die Samsung-Modelle Galaxy Nexus und Galaxy S2 in Seoul.

Apple hatte sich in dem Prozess nahezu auf voller Linie gegen Samsung durchgesetzt und rund 1,05 Milliarden Dollar (838 Millionen Euro) Schadenersatz zugesprochen bekommen. Die Südkoreaner wollen weiter gegen die Geschworenen-Entscheidung ankämpfen.

Der Kurs der Samsung-Aktie stürzte an der Börse in Seoul um 7,5 Prozent ab - der größte Verlust eines Tages seit fast vier Jahren für Samsung. Auch die Aktien anderer asiatischer Smartphone-Hersteller, die auf Android setzen, verloren an Wert.

Die Apple-Aktie hingegen stieg am Montag auf ein neues Allzeithoch. Nach Handelsbeginn kletterte der Kurs vorübergehend auf 680,87 Dollar und schloss später bei 675,68 Dollar und damit bei einem Plus von 1,9 Prozent.

Die juristische Auseinandersetzung zwischen Apple und Samsung ist nur eine von vielen, die Zahl der Patentklagen ist gerade im Techniksektor in jüngster Zeit geradezu explodiert. Zahlen der Beratungsfirma PriceWaterhouseCoopers deuten darauf hin, dass Patentstreitigkeiten drastisch zugenommen haben. So seien zwischen 2006 und 2010 insgesamt 182 Klagen im Bereich Elektronik, Software und Telekommunikation eingereicht worden. In den fünf Jahren zuvor waren es 77.

Kommentar: Das Stigma des Diebes und die Freude des Dritten

Kommentar

Das Stigma des Diebes und die Freude des Dritten

Apple siegt im Patentstreit gegen Samsung, eine Milliarde müssen die Koreaner nach Kalifornien überweisen - doch zu den Siegern könnten auch Nokia, Microsoft und sogar Blackberry zählen.

Zunehmend werden die Prozesse auch vor Geschworenengerichten geführt statt nur vor Richtern. Ein Grund ist wohl, dass die Geschworenen im Allgemeinen dem Sieger mehr Schadensersatz zubilligen als Richter. Dass unterlegene Parteien dann eine Reform des Patentsystems anmahnen, ist klar, aber auch Juristen stellen die Frage, ob normale Bürger in so wichtigen und hochkomplexen Fällen Urteile fällen sollten. "Das ist die große Frage und darum dreht sich ein Großteil der gegenwärtigen Debatte", sagt Jura-Professor Mark McKenna von der Universität Notre Dame.

Kommentare (18)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

bobi

27.08.2012, 22:07 Uhr

S***! Man braucht die Amis! Keiner auf der Welt ist sonst so blöd überteuerte Geräte zu kaufen, die kaum praktischen Nutzen haben. In Zeiten von Dürre, Hunger, Energie- und Finanzkrisen kaufen vernünftige Menschen eben keine Unterhaltungsgeräte mit einem Lebenszyklus von 2 Jahren. Nur die Amis.. und der Westen... tun das.

Das Leben auf Pump.

Nachhaltigkeit? Das war mal in 2008. Ist schon lange her. Alles ist schon vergessen, es wird weiter auf Pump gelebt.
Die Notenbanken werden uns schon retten... :)

Man kann die Wirklichkeit lange verneinen, doch früher oder später, schlägt sie dann zurück... um so härter.

anonymus_007

27.08.2012, 22:53 Uhr

Nachhaltig? Was ist schon nachhaltig? Nur der Tod ist nachhaltig.
Das ganze Leben ist "gepumpt" i.d.R. mit einer Laufzeit zwischen 0 und 100 Jahre!
Man lebt nach dem Motto: nach mir die Sintflut.
Ironie aus.

Andy

28.08.2012, 00:03 Uhr

Vollpfostzenfirma Apple! Wer so doof ist am eigenen Bein zu sägen, dem kann man nicht mehr helfen. Bei Produkten aus den USA sollte man vorsichtig sein. Spinnköpe da...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×