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26.01.2008

12:25 Uhr

Verlag

Springer-Erbe will weiter kämpfen

Der Kampf um die Machtverhältnisse im Medienkonzern Axel Springer geht weiter: Der Enkel des Verlagsgründers will im Rechtsstreit mit Friede Springer Beschwerde in Karlsruhe einlegen.

HB BERLIN. In dem Erbstreit zwischen Friede Springer und ihrem Stiefenkel Axel Sven will der Enkel des Verlagsgründers Axel Springer Beschwerde beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe einlegen, wie der „Spiegel“ am Samstag vorab berichtete. Springer hatte am Dienstag ein Berufungsverfahren in dem seit rund sechs Jahren andauernden Rechtsstreit vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht verloren.

Das Gericht hatte eine Revision nicht zugelassen. Springer macht jetzt aber offenbar von seiner Möglichkeit Gebrauch, eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einzureichen.

In dem Rechtsstreit ging es um die Rechtmäßigkeit der Erbaufteilung im Hause Springer. In früheren Testamenten hatte Axel Springer laut Gericht seine Frau Friede zu 50 Prozent, seine Tochter Barbara und seinen Enkel Axel Sven zu jeweils 25 Prozent als Erben eingesetzt.

Nach dem Tod des Verlegers am 22. September 1985 hatten sich die drei jedoch zusammen mit weiteren Angehörigen auf eine andere Erbaufteilung geeinigt: Die Frau erhielt 70 Prozent, die Kinder Barbara und Raimund Axel Nikolaus jeweils zehn Prozent und die Enkelkinder Ariane und Axel Sven jeweils fünf Prozent. Dies sei der letzte, allerdings nicht formgerecht gefügte Wille des Verlegers gewesen, hieß es in der entsprechenden Urkunde.

Der damals 19-jährige Sven Axel trat laut Gericht von seinem 25-Prozent-Anteil zehn Prozent an Friede Springer ab. Dies focht er jedoch im Sommer 2002 gerichtlich an. Er sei arglistig getäuscht worden, sein Großvater habe einen der vereinbarten Aufteilung zugrunde gelegten Willen nicht gehabt. Friede Springer klagte auf Feststellung, dass ihr sein Zehn-Prozent-Anteil wirksam übertragen worden sei.

Bislang hat Springer Recht bekommen. Sie habe die zehn Prozent Anteile am Nachlass ihres verstorbenen Mannes wirksam von dessen Enkel erworben, erklärte das Hanseatische Oberlandesgericht, das damit auch ein Urteil des Landgerichts bestätigte.

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