Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.06.2013

11:55 Uhr

Verlag Springer Science

Finanzinvestoren stemmen Milliardendeal

Der für Juli geplante Börsengang des Wissenschaftsverlags Springer Science ist geplatzt: Das Unternehmen wird an den Finanzinvestor BC Partners verkauft. Beim Preis von 3,3 Milliarden Euro muss es aber nicht bleiben.

Wissenschaftsverlag Springer Science: Über den Verkauf des Unternehmens wurde bereits spekuliert.

Wissenschaftsverlag Springer Science: Über den Verkauf des Unternehmens wurde bereits spekuliert.

FrankfurtDie größte Übernahme in Deutschland durch einen Finanzinvestor seit der Finanzkrise ist perfekt. Die Beteiligungsgesellschaft BC Partners schluckt den Wissenschaftsverlag Springer Science für bis zu 3,3 Milliarden Euro und durchkreuzt damit dessen Börsenpläne, wie die bisherigen Eigentümer EQT und GIC am Mittwoch mitteilten. Mehr hatten Finanzinvestoren zuletzt im Jahr 2006 gezahlt: KKR und Goldman Sachs ließen sich den Gabelstapler-Konzern Kion damals vier Milliarden Euro kosten. Doch in den Jahren danach hatten Finanzinvestoren Schwierigkeiten, an die für milliardenschwere Übernahmen notwendigen Kredite zu kommen.

Mit der Einigung geht ein wochenlanger Poker um Springer Science zu Ende. Am vergangenen Freitag hatten sich die schwedische EQT aus dem Umfeld der Milliardärsfamilie Wallenberg und der singapurische Staatsfonds GIC eigentlich schon für einen Börsengang Anfang Juli entschieden, weil man sich mit BC Partners nicht auf den Preis hatte einigen können. Doch dann kam der Interessent an den Verhandlungstisch zurück: „BC Partners hat ein verbessertes und sehr attraktives Angebot für unser Unternehmen gemacht“, erklärte Springer-Science-Chef Derk Haank nun.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

EQT und GIC hatten sich zunächst einen Preis von 3,5 Milliarden Euro vorgestellt – inklusive rund 1,7 Milliarden Schulden. Am Ende stand ein Kompromiss: BC Partners zahlt zunächst 3,1 Milliarden Euro, wie zwei Verhandlungsteilnehmer Reuters sagten. Wenn Springer Science sich gut weiter entwickelt, bekommen die schwedische EQT und der Staatsfonds GIC noch rund 200 Millionen Euro Nachschlag.

Zudem bleiben EQT und GIC mit rund zehn Prozent an Springer Science beteiligt. „Die Transaktion gibt EQT die Möglichkeit, weiter von der Entwicklung von Springer Science zu profitieren“, sagte EQT-Deutschland-Chef Marcus Brennecke.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.06.2013, 10:30 Uhr

Na, hat denn Springer auch 3,3 Mrd. in der Kasse, damit BC den Kaufpreis auch zahlen kann? Oder nimmt Springer SC Kredit in dieser Höhe auf?

Regenwurm

19.06.2013, 17:29 Uhr


Hoffentlich bleibt das Angebot Springer für Professionals erhalten und man passt das Preismodell an, sodass man zukünftig nicht mehr die 500 Euro für das Paket Technik bspw. nicht einmalig im Voraus, sondern als Monatsabo beziehen kann. Gerade für die Zielgruppe Studenten stellt das Preismodell eine nahezu unüberwindliche Hürde dar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×