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05.04.2013

17:06 Uhr

Verlage

Bertelsmann und Pearson dürfen größten Verlag der Welt gründen

Die beiden Medienriesen Bertelsmann und Pearson dürfen ihre Verlage Random House und Penguin zusammenschließen. Eine entsprechende Erlaubnis hat die EU-Kommission erteilt. Wettbewerbsrechtliche Bedenken hat sie nicht.

Mit dem Zusammenschluss der beiden Verlage Penguin und Random House gründen Bertelsmann und Pearson den größten Verlag der Welt. dpa

Mit dem Zusammenschluss der beiden Verlage Penguin und Random House gründen Bertelsmann und Pearson den größten Verlag der Welt.

BrüsselDie EU-Kommission erlaubt den beiden Medienriesen Bertelsmann und Pearson, ihre Verlage Random House und Penguin zum größten Verlag der Welt zusammenzuschließen. Es gebe „keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken“, teilte die Kommission am Freitag in Brüssel mit. Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen werde weiterhin mit mehreren starken Wettbewerbern konkurrieren.

Der Bertelsmann-Konzern und Pearson hatten die Fusionspläne Ende Oktober bekannt gegeben. Die beiden Unternehmen wollen durch den Zusammenschluss ihrer Verlage Kosten zu sparen und beim Geschäft mit elektronischen Büchern ganz vorn dabei sein. Sie wollen die Fusion in der zweiten Jahreshälfte 2013 abschließen.

Die Geschäftsfelder von Bertelsmann

Bücher

Das Buchgeschäft ist die Keimzelle von Bertelsmann: Gründer Carl Bertelsmann erhielt 1835 die Konzession der preußischen Regierung zur Einrichtung einer Buchdruckerei. Unter dem Dach des Konzerns ist inzwischen die größte Publikumsverlagsgruppe der Welt entstanden: Zunächst unter dem Namen der US-Tochterfirma Random House, seit 2012 in einem Joint Venture mit Pearson, an dem die Gütersloher 53 Prozent halten. Penguin Random House heißt der Gigant mit seinen 11.800 Mitarbeitern.

Fernsehen

Die RTL Group betreibt 53 TV- und 28 Radiosender in neun Ländern Europas sowie Indien. Gerade in Deutschland ist das Unternehmen stark – mit den Stationen RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv. Bertelsmann hält 92,3 Prozent an der Sendergruppe.

Zeitschriften

Ob „Stern“, „Geo“ oder „Brigitte“: An europäischen Kiosken sind die Zeitschriften von Gruner + Jahr nicht zu übersehen. Bertelsmann hält seit den 70er Jahren die Mehrheit an den Verlag, Ende 2014 will der Medienkonzern die verbliebenen Anteile von der Jahr-Familie kaufen.

Dienstleistungen

Arvato ist die wohl vielseitigste Tochter von Bertelsmann: Die Dienstleistungssparte erstellt digitale Medien, ist im E-Commerce tätig, bietet aber auch zahlreiche Unternehmenslösungen für Kundenpflege, Produktionsplanung und Datenmanagement, außerdem IT-Services. Die Sparte hat mehr als 66.000 Mitarbeiter.

Druck

Bertelsmann gliederte die Druckaktivitäten 2012 in die Sparte Be Printers aus. Diese fertigt Zeitschriften, Kataloge, Prospekte, Bücher und Kalender. Zudem bietet sie Dienstleistungen an. Die Bertelsmann-Tochter betreibt Druckereien in Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien sowie den USA und Kolumbien und hat 6200 Mitarbeiter.

Musik

Musik gehörte lange zum Kerngeschäft von Bertelsmann. Allerdings verkaufte der Konzern 2006 seinen Musikverlag BMG, 2008 gab er auch seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG ab und verabschiedete sich so aus dem Tonträgergeschäft. 2013 holten die Gütersloher die Musik vom Finanzinvestor KKR zurück in den Konzern. Das Geschäft gehört zum Bereich Corporate Investments, der alle übrigen operativen Aktivitäten von Bertelsmann umfasst.

An der gemeinsamen Verlagsgruppe Penguin Random House soll den Angaben vom Oktober zufolge Bertelsmann 53 Prozent und Penguin 47 Prozent halten. Bertelsmann hatte die US-Verlagsgruppe Random House 1998 gekauft und daraus im Laufe der Jahre eine internationale Verlagsgruppe geformt.

Sie umfasst heute 200 Verlage in 16 Ländern – darunter Traditionshäuser wie Doubleday und Alfred A. Knopf in den USA, Plaza & Janés in Spanien oder Sudamericana in Argentinien. Random House ist bereits der weltweit größte englischsprachige Verlag. Der Umsatz im Jahr 2011 betrug 1,7 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn 185 Millionen Euro.

Von

afp

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